Erstellt am 05. November 2013, 09:00

Kraftlos & schmerzend. Behandlung / Manche Schulterprobleme entstehen durch Abnützungserscheinungen, dann sollte man genauer hinsehen.

Von Christine Haiderer

Schmerzen in der Schulter können verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel eine Verletzung der Rotatorenmanschette.

Was das ist? „Die Rotatorenmanschette, bestehend aus Sehnen und Muskeln, dient der Führung und Absicherung des Schultergelenks“, schreiben Thomas Müllner und Susanne Altmann in ihrem Buch „Meine Schulter – endlich wieder schmerzfrei“ (erschienen im Maudrich Verlag).

Probleme vor allem ab 50

Sie ist dafür verantwortlich, dass der Mensch seine Arme drehen und heben kann. „Ist sie verletzt, müssen Gelenkskapsel und die umgebenden Bänder ihre Stabilisierungsfunktion mit übernehmen“, heißt es im Buch.

Besonders betroffen von Problemen sind Menschen ab 50 Jahre. Durch Abnützungserscheinungen. „Der typische Patient hat in der Regel schon einige Zeit davor mit Schulterproblemen zu kämpfen.“ Viele Patienten gehen dann zum Arzt und lassen sich eine Spritze gegen die Schmerzen geben. Das eigentliche Problem aber wird dadurch nicht gelöst.

Sturz oder wiederholende Bewegung als Auslöser

So können Schulterprobleme etwa daher rühren, dass eine Sehne bei der Bewegung immer wieder über ein Knochenstück (zum Beispiel aufgrund anatomischer Ursachen) fährt – „wie wenn Sie eine Seite über eine Kante ziehen“, so Müllner. Eine Spritze löst dieses Problem nicht. Die Sehne wird weiterhin an der Kante ankommen. Und: „Irgendwann ist die Sehne gerissen.“

Es kommt zu Kraftverlust und Schmerzen. Auslöser kann ein Sturz sein oder auch eine sich ständig wiederholende Bewegung. Risiko-Sportarten fürs mittlere Alter sind übrigens Tennis, Volleyball, Basketball, Schwimmen und Golf.

Ärztlicher Rat: Dem Riss vorbeugen

Daher rät der Leiter der Sportsclinic Tulln und neuer Vorstand für Orthopädie und Traumatologie am EKH Wien, noch vor einem Riss das Problem genauer zu betrachten. Es können Medikamente, Kälteanwendungen, Haltungs- und Wirbelsäulenschulung zum Einsatz kommen.

Wenn Physiotherapie nichts bringt, kann ein arthroskopischer Eingriff sinnvoll sein. Ein drei, vier Millimeter großer Schnitt. Dann wird abgefräst, ausgeputzt … Und am nächsten Tag lässt sich die Schulter wieder bewegen. Ist die Sehne hingegen schon gerissen, ist ein aufwändigerer Eingriff nötig. Die Sehne muss genäht und die Schulter darf vier Wochen lang nicht bewegt werden.

Tipp: Wer der Gesundheit seiner Schulter etwas Gutes tun und Übungen machen will, sollte sich diese zunächst von Physiotherapeuten oder Bewegungsexperten zeigen lassen, um sie richtig zu machen.