Erstellt am 06. Februar 2012, 07:43

Krank, aber aktiv. FÖRDERTOPF / NÖ Gesundheits- und Sozialfonds und NÖ Gebietskrankenkasse fördern Selbsthilfe-Bewegungsprojekte.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Jeden Donnerstag treffen sie sich: die Mitglieder der Selbsthilfegruppe des NÖ Herzverbands. Und dann wird geturnt. „Bewegung, Ausdauer und Entspannung – zugeschnitten auf den Herzpatienten“, erläutert Obmann Franz Fink. Koronarturnen gibt es beim NÖ Herzverband schon seit 25 Jahren – und auch Wanderungen, Vorträge von Kardiologen usw. „Wir schauen, dass wir gesund altern.“

Geturnt wird auch bei den JUPPS, den jungen Parkinson-Patienten. Immerhin: „Gemeinsame Aktivität ist motivierend“, meint Wilhelm Schmutz von der Selbsthilfegruppe Parkinson Aktiv NÖ West. Und Bewegung ist wichtig, um der Krankheit gegenzusteuern, den Verlauf zu verlangsamen. Bei jungen Betroffenen besonders, um Familie, Arbeit, Alltag zu bewältigen. Und so gibt es Physio, Qi Gong, Logopädie und vieles mehr. Schließlich: „Unsere Krankheit hat vielfältige Auswirkungen“, erläutert Schmutz.
Bewegung in der Selbsthilfegruppe hat generell Vorteile. Elfriede Schnabl, Obfrau des Dachverbands der NÖ Selbsthilfegruppen: „Durch Bewegungstraining in der Gruppe ist die Isolation nicht mehr so stark gegeben.“ Der Selbstwert kann gesteigert, Mobilität und Arbeitskraft können erhalten werden. „Der Selbstständigkeit wird wieder mehr Augenmerk geschenkt und dadurch die eventuell anstehende Pflege länger hinausgeschoben.“

50.000 Euro für Bewegungsprojekte
Bisher mussten Selbsthilfegruppen Turnsaal, Physiotherapeuten & Co. selbst finanzieren, teils mit Spenden. Das aber ändert sich jetzt: durch einen neuen Fördertopf von NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) und NÖ Gebietskrankenkasse in Höhe von 50.000 Euro – für die Bewegungstherapien von 19 Selbsthilfegruppen in NÖ (von NÖ Herzverband, JUPPS, Frauenselbsthilfe nach Krebs, Morbus Bechterew und Skoliose).
LH-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, Vorsitzender des NÖGUS, der auch die Grundfinanzierung von 150.000 Euro jährlich trägt: „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir den Dachverband, der über 300 Selbsthilfe-Gruppen ehrenamtlich betreut, unterstützen.“ Und auch für die NÖGKK ist laut Obmann Gerhard Hutter die Unterstützung der Selbsthilfe NÖ wichtig und hat bereits Tradition: „Seit 2001 haben wir mit Büromaterial ausgeholfen, seit 2006 unterstützen wir die Stammtische.“
Wie sehr Patienten, die nach einer Krankheit fit bleiben wollen (wie nach einem Herzinfarkt) und Patienten, die ihre Krankheit dämpfen wollen (wie bei Parkinson), tatsächlich von Bewegung profitieren, das evaluiert das IMC Krems im nächsten Jahr.

 www.selbsthilfenoe.at
 Herzverband NÖ: 02236/860296  JUPPS: Fr. Penz, 0699/11940987
   Hr. Schmutz, 0676/5799008