Erstellt am 11. Oktober 2010, 00:00

Kranke Jugendseelen. WINFRID JANISCH, Psychotherapeut, über steigende mentale Erkrankungen.

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Wir leben heute in einer Kultur, die den Schein eindeutig höher bewertet als das Sein. Es wird also immer wichtiger, wie wir nach außen erscheinen, als wie wir uns fühlen.

Das führt zu Entfremdung, Sinnlosigkeit, Angst, Depression und Burn-out. All diese Leidenszustände nehmen drastisch zu und verursachen einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden. Laut Aussendung der Arbeiterkammer jährlich 2,8 Milliarden Euro.

„Ist ein gebrochenes Bein mehr wert als ein gebrochenes Herz ?“ Obwohl Österreich weltweit als Pionierland der Psychotherapie gilt, werden auch hier körperliche und seelische Erkrankungen nicht als gleichwertig behandelt. Psychotherapie ist auch bei uns nach wie vor nicht für alle verfügbar, die sie brauchen würden. Es scheitert leider viel zu oft an der Finanzierbarkeit, obwohl seit über 18 Jahren als Pflichtleistung der Sozialversicherungsträger gesetzlich verankert.

Bringen wir seelische Gesundheit wieder ins Gespräch!

So wie es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alljährlich am Welttag der mentalen Gesundheit am 10. Oktober tut. Weil etwa 450 Millionen Menschen weltweit unter Erkrankungen der Seele leiden. Viel zu oft werden diese Erkrankungen nicht ernst genommen, viel zu spät oder gar nicht behandelt.

Die Erkrankungen betreffen auch viele, viele Jugendliche. Daher hat der Landesverband für Psychotherapie NÖLP das Projekt „Gesunde Jugendseelen“ zur Förderung der mentalen Gesundheit von Jugendlichen ins Leben gerufen und am Welttag präsentiert.

Ziel ist es, junge Menschen zwischen 13 und 24 Jahren dazu anzuregen, über seelisches Wohlbefinden und was es fördert oder hindert, in Dialog zu treten. Comics dazu: www.heartbook.at


Winfrid JanischistVorsitzender des Landesvereins für Psychotherapie (NÖLP), www.psychotherapie.at/noelp
janisch@vereinbasis.com