Erstellt am 12. Juni 2013, 14:56

Krankheiten im Alter. Mehr Beschwerden | Immer mehr ältere Menschen in der Bevölkerung bedeutet auch mehr Betroffene von Krankheiten, die vor allem bei Älteren vorkommen.

„Der Anteil älterer Menschen wird weiterhin steigen“, verrät der Bericht „Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich“ des Gesundheitsministeriums.
In manchen Gegenden besonders: „In der regionalen Differenzierung zeigt sich, dass in der Obersteiermark, im Waldviertel und in Oberkärnten der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung besonders hoch ist.“
In einer Gesellschaft, in der mehr ältere Menschen leben, ist die Bevölkerung zunehmend mit Krankheiten und Beschwerden konfrontiert, unter denen vor allem ältere Menschen leiden. Krankheiten, die im Gesundheits- und Sozialbereich auch in NÖ immer weiter ins Zentrum des Interesses rücken.
Wie verschieden Beschwerden unterschiedlicher Altersgruppen sein können, zeigen Daten dazu, wie gesund sich jüngere Senioren im Vergleich zu älteren Senioren fühlen. „Mehr als 50 Prozent der 65- bis 74-jährigen Bevölkerung in Österreich beurteilen den eigenen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut.“ Betrachtet man aber die älteren, die Über-74-Jährigen, geht es nur noch 36 Prozent sehr gut oder gut. „Rund ein Fünftel fühlt sich schlecht oder sehr schlecht.“

Vor allem geht es um Probleme beim Sehen, Hören und mit der Mobilität. Zu den häufigsten chronischen Beschwerden zählen laut Bericht Wirbelsäulenbeschwerden, Bluthochdruck und (für Frauen) Arthrose/Arthritis, Grauer Star, Harninkontinenz und bei Frauen Osteoporose. Besonders betroffen von diesen Krankheiten sind die Hochaltrigen. Dazu kommen chronische Krankheiten wie „Migräne und Tinnitus (insbesondere bei Frauen), Magen- oder Darmgeschwür (bei Männern), chronische Angstzustände oder Depression (Männer und Frauen), Diabetes (bei Frauen mehr als bei Männern), Allergien inklusive Asthma (bei Männern mehr als bei Frauen).“
Letztendlich problematisch werden aber Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen. „Rund drei Viertel der über 64-jährigen Bevölkerung sterben an bösartigen Neubildungen oder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“
Eine fürs hohe Alter typische Krankheit ist auch Demenz. „Im Jahr 2009 waren in Österreich insgesamt 90.500 Personen über 60 von Demenz betroffen. Aktuellen Hochrechnungen zufolge wird sich bis zum Jahr 2050 die Anzahl ungefähr verdreifachen“, verrät die Internetseite des Gesundheitsministeriums www.bmg.gv.at.

Herausforderung Demenz
Sowohl zu Hause, solange es noch möglich ist, als auch in Pflegeheimen wird Demenz daher zunehmend ein Thema. Für mobile Dienste und Heimbetreiber. Im SeneCura Sozialzentrum Grafenwörth haben diesbezüglich beispielsweise gerade erst elf Teilnehmerinnen eine Spezialausbildung im Bereich der Demenzbetreuung, die Technik der Validation nach Naomi Feil, absolviert. Dabei geht es darum, alte und desorientierte Menschen besser zu verstehen, sich einzufühlen und somit deren Wohlbefinden zu fördern.
Doch nicht nur Krankheiten beeinflussen die Gesundheit im Alter, sondern auch Unfälle. „Senioren verunfallen nur zu 13 Prozent beim Sport (20.100 spitalsbehandelte Unfälle), jedoch zu 87 Prozent (135.700 spitalsbehandelte Unfälle) in den Bereichen Heim und Freizeit“, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Knapp die Hälfte davon zu Hause. Besonders gefährlich sind dabei Stürze. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig über Sicherheitsvorkehrungen nachzudenken, barrierefrei umzubauen …
Dennoch kann es passieren, dass etwas passiert und man im Krankenhaus landet. Dann kommen neue, spezielle Formen der Pflege zum Einsatz, wie sie in Niederösterreichs Pflegeheimen angeboten werden. Wie die Übergangspflege. Eine rehabilitative Pflege und Betreuung von bis zu drei Monaten als Überbrückungshilfe nach der Akutbehandlung in einem Krankenhaus und vor der Entlassung nach Hause.

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