Erstellt am 17. Oktober 2011, 00:00

Krebs verhindern. FORUM / Im Krems diskutierten Experten rund um Krebsprävention. Auch Ernährung und Bewegung waren dabei Themen.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Eigentlich wollte man an der Cleveland Clinic herausfinden, ob supplementiertes Vitamin E und Selen das Risiko für Prostatakrebs senken. Doch das Gegenteil war der Fall. Vitamin E erhöhte das Risiko um 17 Prozent.

Dass mehr Vitamine – insbesondere in Nahrungsergänzungsmitteln wie bei dieser Studie, die durch die Nachrichten wanderte – nicht immer automatisch gesünder sind, zeigen auch andere Studien. Wie eine mit Rauchern, bei der sich zeigte, dass Betakarotin zu einem höheren Auftreten an Lungenkrebs führte. Das ist die eine Seite. Die andere ist: „Es gibt aber auch Studien, die zeigen, dass eine gesunde Ernährung, wenig Fett, viel Gemüse, wenig rotes Fleisch sehr wohl zu niedrigerem Auftreten führt“, so Barbara Wessner vom Zentrum für Sportwissenschaft und Uni-Sport Wien beim EUFEP-Forum in Krems. In ihrer natürlichen Umgebung sind Vitamine geringer dosiert und verursachen so keinen Überschuss an Antioxidantien (Radikalfänger usw.).

Richtig dosiert können Antioxidantien gegen reaktive Sauerstoffspezies (freie Radikale usw.), von denen man vermutet, dass sie am Entstehen von Krankheiten beteiligt sind, vorgehen. Und das nicht nur, bevor Krebs entsteht. Bei der Entwicklung von Krebs, von der normalen Zelle bis zur Krebszelle, die unkontrolliert wächst, gibt es mehrere Stufen. Und: „Auf jeder Stufe hat der Körper Abwehrsysteme, um das zu verhindern, vor allem die antioxidative Abwehr.“

Ausreichend Sport  und Bewegung

Auch Bewegung kann zu verschiedenen Zeiten des Krebsprozesses hilfreich sein. Bei manchen Krebsformen präventiv. Bei manchen auch im Laufe der Erkrankung. So zeigte eine Studie unter Brustkrebspatientinnen zum Beispiel, dass diejenigen länger lebten, die einen höheren Grundumsatz pro Woche hatten, berichtete Günther Neumayr, Sportmediziner aus Lienz, bei EUFEP.

Wie sehr Bewegung nutzt, ist schwer zu sagen, weil es unterschiedliche Sport- und Krebsarten und nur schwer vergleichbare Studien gibt. Aber generell stärkt Bewegung das Immunsystem, reduziert Insulin und insulinähnliche Wachstumsfaktoren, unterstützt das Abfangsystem für freie Radikale und mindert Fettleibigkeit. Zudem vermehrt Bewegung eine Vielzahl von anitoxidativen Enzymen und stärkt die DNA-Reparatursysteme.

Dass es ein Zuviel an Sport oder Bewegung geben könnte, daran glaubt Neumayr übrigens nicht. Er empfiehlt mindestens drei Mal 40 bis 45 Minuten pro Woche Sport, leicht schweißtreibenden Sport.www.eufep.at

Wesentlich bei der Krebsprävention sind Bewegung und Vitamine. Letztere vor allem, wenn sie aus der ausgewogenen Ernährung stammen. In zu hohen Dosen aus Nahrungsergänzungsmitteln hingegen können sie vielleicht keinen oder sogar einen negativen Effekt haben. WALDHÄUSL