Erstellt am 13. Februar 2012, 00:00

Kuchen aus der Tasse. CUPCAKES / Die kleinen Mini- törtchen sind im Vormarsch. Der „vornehme Bruder“ der Muffins ist in den USA ein TV-Star.

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VON CHRISTIAN BAYR

Sie sind meist bunt, rund, verrückt verziert und schmecken einfach nur gut: Nach Burger, Halloween und Coffee-to-go schon wieder ein Trend, der – aus Amerika kommend – jetzt auch Österreich erobert. Die Rede ist von Cupcakes, jenen kleinen, handtellergroßen Minitorten, die in den charakteristischen Papierkörbchen mit Wellenmuster serviert werden.

Für Hans Unterweger, Landesinnungsmeister der Konditoren, ist der Trend zu den kleinen Köstlichkeiten ein typischer Modegag: „Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn in der Patisserie immer wieder einmal etwas Neues ausprobiert wird. Die Cupcakes sehen ja auch wirklich lustig aus, bei der Fülle, den Farben und der Glasur sind fast keine Grenzen gesetzt.“

Erfunden wurden die Cupcakes im 19. Jahrhundert in den USA. Den Namen bekamen sie tatsächlich von den „Cups“, also den Tassen, in denen sie ursprünglich gebacken wurden. Man füllte die biskuitartige Masse einfach in eine Teetasse und stellte sie in den Ofen. Vorteile dabei waren nicht nur die kürzere Backzeit gegenüber herkömmlichen Torten, sondern auch die Einsparung von wertvollem Brennmaterial.

Heute werden Cupcakes überwiegend in Kunststoffformen gebacken, in die vorher Papierkörbchen eingelegt werden. Dabei handelt es sich um klassische Muffins-Formen, trotzdem unterscheiden sich Muffins und Cupcakes: Beim Muffin ist der Teig fester, er wird traditionell mit dem Löffel angerührt, der etwas lockerere Cupcake-Teig entsteht nicht zuletzt dadurch, dass er per Mixer vermengt wird – sozusagen die Edel-Variante.

„Meistens wird eine sogenannte Sandmasse, die etwas steifer ist als die Biskuitmasse, für die Cupcakes verwendet“, ergänzt Eleonore Brandstetter vom Café Punschkrapferl in St. Pölten. „Natürlich kann man damit vermehrt ein jüngeres Publikum ansprechen, weil bei den Minitörtchen gilt eindeutig das Motto ‚Je schriller desto beliebter‘“. Einen Trend zum neuen Gesundheitsbewusstsein kann Brandstetter allerdings nicht erkennen, eher die Lust an der Abwechslung. Einige Menschen sind sogar davon überzeugt, dass Cupcakes Leben retten können: Die amerikanische Autorin Melanie Simonich will anhand einer Studie bewiesen haben, dass die Selbstmordrate in jenen Städten, in den sich viele Cupcake-Geschäfte befinden, niedriger ist als in anderen US-Städten. Und auch der mediengerechte Auftritt in der Kult-TV-Serie „Sex and the City“ hat dem Siegeszug der Cupcakes sicherlich nicht geschadet.

WALDHÄUSL