Erstellt am 30. Juli 2012, 00:00

Kühle Erfrischung. EISKAFFEE / Ein Klassiker – wie dieser erfrischende mit „Wachmacher-Effekt“ – ist einfach nicht umzubringen. Statt Vanilleeis kann man aber auch Haselnuss oder Tiramisu verwenden.

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VON CHRISTIAN BAYR

Er ist der Klassiker der Eiscoups schlechthin: der Eiskaffee. Wie viele Klassiker zwischendurch etwas aus der Mode gekommen, ist er aber heute – vor allem bei den Erwachsenen – gefragter denn je.

Obwohl primär nur aus den Zutaten Kaffee, Milch, Vanilleeis und Schlagobers hergestellt, gibt es Dutzende Spielarten, die beliebte sommerliche Dessertspezialität zuzubereiten.

Lukas Lechner, Bauernhofeis-Produzent aus Furth an der Triesting, hat eine einfache Erklärung für den Boom beim Eiskaffee parat: „Früher war in den kleinen Gasthäusern die Kaffeequalität ja doch nicht immer so gut, mit der neuen Maschinentechnik ist das heute viel besser geworden, dementsprechend ist hier auch die Nachfrage nach der beliebten Eisspezialität deutlich gestiegen.“

Auch auf die Cremigkeit des Eises kommt es an
Neben der Kaffeeauswahl (Puristen setzen hier auf einen eher herb gebrühten Mocca-Typus) ist auch die Cremigkeit des (Vanille-)Eises ein entscheidender Faktor für einen perfekten Coup. Lechner: „Das Eis wird durch Zugabe von Eigelb besonders aromatisch und bekömmlich, als besonderen Tipp zum Süßen empfehle ich die Zugabe von Caramel statt reinem Zucker“. Aber auch Creme Fraiche verleiht dem Eis einen besonderen Schmelz.

Wichtig ist die richtige Serviertemperatur: „Wenn das Eis nämlich zu kalt ist, dann klumpt es, idealerweise sollte es drei bis vier Grad Celsius haben.“ Wer sein Eis übrigens selbst herstellt, darf nicht vergessen, dass man bei der Zugabe von Eigelb die Hygiene und die Temperatur nicht außer Acht lässt, weshalb man einmal aufgetautes Eis nicht mehr einfrieren sollte. Wird dem Eis Alkohol zugesetzt, dauert der Einfriervorgang etwas länger.

Natürlich kann man das klassische Eiskaffee-Rezept auch etwas abwandeln: Gut passt etwa Sirup mit Mandel- oder Amaretto-Aroma, zur Verzierung ist Kakaopulver immer richtig. Wer es etwas fruchtiger will, kann auch frisch gepressten Orangensaft zusetzen, in der alkoholischen Variante führt am Kirschwasser kein Weg vorbei. Statt Vanilleeis kann man auch Tiramisu, Stracciatella, Haselnuss, Mandel oder Nougateis verwenden.

Während die meisten Spielarten der Dessertspezialität auf gut durchgekühlten Zutaten beruhen, gibt es auch eine Variante des Wiener Eiskaffees, bei der das Vanilleeis unmittelbar vor dem Servieren mit heißem Mocca übergossen wird. Getrunken wird er stilgerecht durch einen Strohhalm. Lechner: „Man könnte ihn auch mit Nüssen, Pistazien oder Mandeln verzieren, aber ich bin da eher ein Traditionalist und lasse lieber alles weg, was nicht unbedingt sein muss“.