Erstellt am 23. April 2012, 00:00

Kugelkuchen am Stiel. GEBACKEN / Neuer Trend unter den süßen Verlockungen sind Cake Pops, zerbröselte Kuchen, neu geformt und verziert – für einen kleinen, feinen Genuss, der Naschkatzen verzaubert.

VON CHRISTINE HAIDERER

Manche von ihnen sehen aus wie Murmeln, manche wie Geschenke und andere wie Hasen oder Aliens. Sie sind klein, rund und wurden aufgespießt: Cake Pops.

Ursprünglich kommen die kleinen, süßen Verlockungen aus den USA und Großbritannien. Mittlerweile begegnet man ihnen aber auch in NÖ immer öfter. Auf Partys, in Konditoreien …

„Ich habe sie gesehen und war gleich begeistert“, erzählt Harald Schindlegger, Inhaber von Harry’s in Krems. Dann wurden die Ersten ausprobiert und seit dem kann man die trendigen, runden Köstlichkeiten bei Harry’s dazu ordern, zum Beispiel wenn man ein Buffet oder Ähnliches bestellt (www.harrys.co.at).

Man kann die Kuchen am Stiel aber auch selbst machen. „Im Internet gibt es jede Menge Rezepte und Videos“, so Schindlegger. Wer sich darüber wagt, braucht aber Zeit. Denn: „Cake Pops sind sehr arbeitsaufwändig.“

Zuerst backen, dann  zerstören, dann aufspießen

Das Prinzip hinter Cake Pops: „Ein Kuchen wird gebacken und dann zerstört“, so Schindlegger. Und das passiert so: Kuchen backen. Ihn abkühlen lassen. Dann zerbröseln. Und den zerbröselten Kuchen mit einer Masse vermengen. Diese Masse sollte etwas sein, dass man gleich essen könnte – weil es nicht noch einmal gebacken wird. Also, zum Beispiel eine Schokoglasur, Vanillecreme, Parisercreme oder Ähnliches. Aus dem Ergebnis von zerbröseltem Kuchen und der Masse werden Kugeln geformt. Zumindest in der Regel. Das muss aber nicht sein. „Man kann auch Herzen ausstechen.“ Oder andere Formen überlegen. Weitere kreative Herausforderung neben Masse und Form ist die „Verpackung“. Man kann übliche Glasuren nehmen oder feine belgische Schokolade – wie das etwa bei Harry’s der Fall ist.

Man kann aber auch Marzipan verwenden, kleine Kügelchen, Schleifen oder Konfektschalen – wie das Team von Julie Pop Bakery (www.juliepopbakery.at). In der Werkstatt von Julia Wojta entstehen jede Woche rund 150 Kunstwerke, die man via Mail (julie@juliepopbakery.at) bestellen kann. Kleine Schultaschen, Fußbälle, Frösche, Hasen, Züge, Ampeln und vieles, vieles mehr.

Wie man solche Kunstwerke zusammenbringt? „Es ist eigentlich nur Übungssache“, verrät Julie. „Und ein wenig Geschick und Spaß an Kleinarbeit muss man haben. Wichtig ist, dass der Teig die richtige Konsistenz hat, damit man gut damit arbeiten kann.“ Wie das funktioniert, kann man bei Julie Pop Bakery übrigens auch in Kursen lernen.

Sie selbst hat letzten Sommer damit begonnen, Motive und Kuchenteige zu testen. Zu Weihnachten wurden die ersten Weihnachtspops verschenkt, dann startete die Produktion. Was ihrer Meinung nach kennzeichnend für Cake Pops ist? „Die Liebe zu Ideen und Geduld.“