Erstellt am 26. April 2011, 07:48

 Lärmfrei für die.  GEHÖRSCHÄDEN / Wird der Lärmpegel zu hoch, oder ist man Lärm sehr

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON CHRISTINE HAIDERER

Früher war es der Arbeitslärm, der chronische Lärmschwerhörigkeit verursachte. In den letzten Jahrzehnten hat sich in Sachen Arbeitsschutz aber viel getan, und so richten die lauten Maschinen am Arbeitsplatz nicht mehr gar so viel Schaden an.

„Was heute eher ein Problem ist, ist der Freizeitlärm“, warnt Johannes Schobel, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten in St. Pölten. Diskos, Rockkonzerte, Festivals und MP3-Player ruinieren das Gehör von immer mehr Jugendlichen. Immerhin sind bei einem MP3-Player 100 Dezibel (dB) schnell erreicht, wenn man zum Beispiel mehr am Lautstärkeregler dreht als sonst, um eine laute Umgebung zu übertönen. Zum Vergleich: 100 dB, die verursacht auch ein Presslufthammer in zehn Metern Entfernung.

„Der Lärm subsumiert sich im Laufe des Lebens“

Doch nicht nur sehr lauter Lärm führt zu Schäden, auch ein normaler, wenn er lange andauert. „Bei 160 dB genügt eine Sekunde, bei 85 dB brauchen sie viele Jahre.“ Und so leiden neben Jugendlichen in erster Linie ältere Menschen an Lärmschwerhörigkeit und hören damit zwar die Stimmen, wenngleich auch nur wie durch eine Wand, können aber nicht verstehen, was sie sagen. Die soziale Folge davon: „Die Leute ziehen sich zurück, vereinsamen, resignieren“, erklärt der Vorsitzende der HNO-Fachgruppe in der Ärztekammer für NÖ. Übrigens: „Altersschwerhörigkeit ist wahrscheinlich auf den Zivilisationslärm zurückzuführen“, meint Schobel. Ein Argument dafür liefert ein Stamm in Afrika, deren Mitglieder bis ins hohe Alter ein sehr gutes Gehör haben. Das Lauteste, das sie kennen, ist eine Trommel mit ca. 85 dB. Im Gegensatz dazu gibt es in Österreich zahlreiche Menschen, die schlecht hören („Rund ein Drittel der 60-Jährigen ist nicht mehr normal hörend“), und der Lärmpegel ist generell höher. Schon ein normaler Raum mit geöffnetem Fenster in einer Innenstadt schafft es auf 50 dB – wenn keiner spricht. Wird hingegen geredet, pendelt sich das Messgerät bei rund 65 dB ein. Ein vorbeifahrender Lkw kommt auf 80 dB, ein platzender Airbag auf 160 dB, Silvesterböller auf 170 dB und eine Spielzeugpistole, die am Ohr abgefeuert wird, auf 180 dB. Solch extrem laute Geräusche können ein „akutes Lärmtrauma“ auslösen und damit  einen  vorübergehenden

oder auch bleibenden Hörverlust. Lärm kann aber auch zuTinnitus (man hört schlechter und ist einem unangenehmen Ton ausgesetzt) oder zu Hyperakusis führen.

Letzteres kann durch Alarmanlagen oder Rückkopplungsgeräusche bei Rockkonzerten ausgelöst werden und macht den Betroffenen massiv lärmempfindlich, so empfindlich, dass selbst das Lachen von Kindern zur Qual werden kann.

Lärm hat aber nicht nur Folgen für das Gehör. Der ganze Körper leidet darunter. Zum Beispiel, wenn man in der Nähe eines Flughafens wohnt und nicht schlafen kann. Der Blutdruck steigt an, das Risiko für Herzkreislauferkrankungen erhöht sich, der Stress wird verstärkt. Aber auch niedrigere Lärmpegel können sich auswirken. So sind bei 40 dB (leise Musik) bereits Lern- und Konzentrationsstörungen möglich.

Lärm macht krank. Der Internationale Tag des Lärms am 27. April, erinnert an die Problematik und steht heuer ganz im Zeichen von Ruhe zuhause und am Arbeitsplatz.WALDHÄUSL

Gesundheit

lange ausgeliefert, hat                                         das Folgen.

x  |  NOEN