Erstellt am 06. Januar 2013, 13:56

Laser gegen Grauen Star. Operation / Nicht nur bei Fehlsichtigkeit, auch bei der Behandlung von Katarakt kann Lasertechnik zum Einsatz kommen.

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Von Christine Haiderer

„Ich könnte es mir nicht besser vorstellen“, so Burkhard Gruber. Vor zwei Wochen hatte der Badener eine Grauer-Star-Operation. Die erste dieser Art in Österreich. Mit Laser statt Skalpell.

Bei Kurz- oder Weitsichtigkeit werden Laser schon länger eingesetzt. Durch ein neues Gerät, einen computergesteuerten Femtosekundenlaser, ist das nun auch bei Grauer Star möglich. Eines davon steht seit kurzem im Medicent in Baden.

Normalerweise wird bei Grauem Star (einer Trübung der Augenlinse) mit einem Skalpell das Auge geöffnet, mit Ultraschall die Linse zertrümmert, diese herausgenommen und statt dessen eine Kunstlinse eingesetzt. Beim computergesteuerten LenSx-Laser übernimmt der Laser die Aufgaben des Skalpells. Muss der Operateur üblicherweise genau schneiden, muss er hier das Gerät genau einstellen, damit es richtig arbeiten kann.

„Am Laser sehen Sie ein rotes Licht. Auf das müssen Sie draufschauen“, meint Christopher Kiss vom Ärzteteam Auge & Laser Kuchar – Kaminski – Kiss zum Patienten, bevor es losgeht. Denn dieser bleibt wach. Nur die Augen werden mittels Tropfen betäubt. Klemmen verhindern, dass er blinzelt. Einige Einstellungen, und dann legt der Laser los. Die Linsenkapsel wird geöffnet. Die Augenlinse wird wie eine Torte aufgeteilt. So braucht es bei der Zertrümmerung durch den Ultraschall später weniger Energie. Also, weniger Belastung für das Auge. Erst dann wird eine Öffnung geschnitten, um später ins Auge zu können. So ist das Auge nicht so lange offen wie sonst, nicht so gefährdet von außen.

Hat der Laser all das erledigt, ist der Ablauf wie sonst. Bei Burkhard Gruber wird dabei auch gleich seine Weitsichtigkeit behandelt.

„Momentan sehe ich ein bisschen trüb“, meinte Gruber direkt nach der Operation, die in der Privatordination 3.500 Euro pro Auge kostet. Allerdings: „Über Nacht hat sich das gegeben“, erzählt er später. Und mittlerweile? „Ich war bei der Kontrolle: alles in Ordnung. Ich kann die Zeitung lesen – ohne Brille. Es ist wunderbar.“

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