Erstellt am 19. Dezember 2011, 07:23

Licht fürs Leben. TAGESLICHT / Auch im Winter braucht der Mensch Licht. Also, ab ins Freie! Licht kann aber auch bei Beschwerden helfen.

 |  NOEN, betalka
Hell und farbenreich muss es sein, das Licht. Dann wirkt es positiv auf die Gesundheit und macht gute Laune.
„Licht wirkt auf das Serotoninsystem so ähnlich wie Antidepressiva“, erzählt Martin Aigner vom Landesklinikum Tulln. Hier wird auch Lichttherapie – übrigens eine „etablierte Methode in der Psychiatrie“ – eingesetzt. Aigner empfiehlt die Tageslichtlampe (diese deckt das Tageslichtspektrum ab) insbesondere Patienten, die immer wieder unter einer depressiven Symptomatik leiden. Durchs Licht kann eine Erhöhung der Dosis der Antidepressiva vermieden werden.

„Es hat sich auch gezeigt, dass Menschen mit Demenz, wenn man Tageslichttherapie einsetzt, in der Nacht besser schlafen“, so Aigner. Weil durch die Extra-Portion Licht der chronobiologische Rhythmus besser funktioniert. Übrigens: Wichtig, damit all das klappt, sind Helligkeit und Dosis. „10.000 Lux drei Mal in der Woche mindestens eine halbe Stunde.“ Ein weiteres – wie neueste Untersuchungen zeigen – Einsatzgebiet der Lichttherapie sind Patienten mit Rückenschmerzen. Bei ihnen kann Licht die Schmerzsymp- tomatik verringern. Hintergrund: „Schmerz ist nicht nur sensorisch, sondern auch emotionell.“ Und genau diese Ebene wird durch das Licht positiv beeinflusst.

Damit Licht positiv wirken kann, muss es aber auch das richtige sein. „Licht ist lebensnotwendig“, sagt Karl Albert Fischer vom Institut für Licht und Farbe (www.lichtundfarbe.at). „Wie wir qualitativ hochwertiges Wasser brauchen, so brauchen wir auch richtiges und gesundes Licht. Licht muss den richtigen Zeitfaktor und die Lichtfarbe haben.“ Zeit deswegen, weil das Licht den Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst. Und was die Farbe betrifft: „Tageslicht hat alle Farben in sich – gleichmäßig. Mit leichten Rotgipfeln am Abend.“ Dadurch kann sich das Auge von den Belastungen des Tages erholen. Einige künstliche Lampen haben hingegen manche Farben verstärkt. Wodurch die Regeneration der Netzhaut blockiert werden kann. Daher plädiert Fischer: „Bei der heutigen Lebensweise kann man gar nicht oft genug hinausgehen. Jede Minute in der Sonne ist eine Wohltat für den Organismus.“