Erstellt am 23. Januar 2012, 00:00

„Mama, du nervst!“. MARIA NEUBERGER-SCHMIDT gibt Tipps für einen friedlichen Alltag mit Kindern.

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Häufig bekommt die Mutter von ihrer Tochter, 13, diesen Satz vorgehalten. Sie bekommt ihn zum Beispiel zu hören, wenn sie sie da ran erinnert, dass die vereinbarte Zeit am Computer abgelaufen ist und das Mädchen sich um seine Pflichten kümmern soll. Er löst in ihr Wut, Trauer und Hilflosigkeit aus. Einerseits bekommt sie ein schlechtes Gewissen, andererseits hat sie Angst, die Kontrolle über das pubertierende Mädchen zu verlieren und somit davor, ihrer Erziehungsverantwortung nicht mehr nachkommen zu können. Auch schämt sich die Mutter für ihre negativen Gefühle der Tochter gegenüber. Ist es jedoch ein Wunder, dass man innerlich kocht, wenn man subtil oder unverblümt respektlos behandelt wird?

Wie mag es für die Tochter aussehen? „Vereinbarte Zeit“ bedeutet häufig, dass die Regeln von den Eltern diktiert werden und die Jugendlichen sich dadurch zu Machtspielchen geradezu herausgefordert fühlen. „OK, dann gebe ich dir noch 10 Minuten“ ist auch nur ein Ausweichen. „Wenn du nicht sofort abschaltest, schneide ich das Kabel ab“ sind hilflose Machtdemonstrationen. Wenn sich Pubertierende provoziert fühlen, macht es ihnen oft erst recht Spaß, die „Alten“ zu ärgern.

„Ich finde deinen Ton verletzend und respektlos. Ich möchte nicht, dass wir so kommunizieren.“ „Meine Absicht ist es nicht, dich einzuschränken, aber ich mache mir Sorgen über…“ sind ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn der Draht zu Ihrem Kind gestört ist, sollten Eltern alles tun, um eine Aussprache herbeizuführen. Wenn Sie das Ventil öffnen, wundern Sie sich nicht, wenn Sie einen Schwall aufgestauter Gefühle abbekommen, wenn Ihr Kind alle berechtigten und unberechtigten Vorwürfe „ausspucken“ kann. Wenn Sie das aushalten, wird sich die junge Dame oder der junge Herr ernst genommen fühlen und ein Dialog kann beginnen.