Erstellt am 10. März 2014, 08:33

Mammografie-Programm greift nicht. Alarm rund um die neuen Vorsorgeuntersuchungen gegen Brustkrebs in Österreich: Das mit Anfang des Jahres gestartete bundesweite Mammografie-Programm greift bisher nicht.

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Laut den Radiologen kommen nur fünf Prozent der eingeladenen Frauen zur Untersuchung. Die Situation ist damit schlechter als vor dem Beginn des Programms. Sogar ein Anstieg der Brustkrebsmortalität könnte drohen.

Die ersten bedrückenden Details wurden bereits am vergangenen Freitag aus dem Burgenland bekannt. Dort ist die Teilnahme der eingeladenen Frauen sehr schwach. In dem Bundesland haben beispielsweise bisher von monatlich 2.400 eingeladenen Frauen lediglich 250 das Angebot angenommen, nur 26 hatten zuvor noch nie eine Mammografie-Untersuchung bekommen.

Schriftliche Einladung bringt kaum Reaktion

Doch eine ähnliche Situation zeigt sich in ganz Österreich. "Bisher kommt auf die schriftliche Einladung fast keine Frau. Das bedeutet, dass diese Einladungen die Frauen, denen seit rund 30 Jahren von ihren Gynäkologen oder Hausärzten die Vorsorge-Mammografieuntersuchung empfohlen worden ist und die auch überwiesen worden sind, auf den Brief kaum reagieren", sagte Franz Frühwald, Bundesfachgruppenobmann der österreichischen Radiologen.

Man schätzt, dass bisher in Österreich bis zum Start des neuen Programms, es wurde seit Jahren von Fachleuten gefordert, etwa 45 Prozent der Frauen zur Vorsorge-Mammografie wegen Brustkrebs gingen. In Österreich gibt es jedes Jahr rund 5.000 Neuerkrankungen, 1.600 Frauen sterben jährlich an einem Mammakarzinom. Eine Beteiligung von 70 Prozent sollte die Sterberaten um rund 30 Prozent senken.

Doch das vor gut zwei Monaten angelaufene strukturierte Mammografie-Programm, das eine Verbesserung bringen sollte, funktioniert bisher offenbar kaum. Der Radiologe führte folgende Zahlen an:

- Im Österreich-Durchschnitt ist seit Anfang des Jahres ein Rückgang der Häufigkeit von Mammografien von 21 Prozent zu verzeichnen.

- In Salzburg betrug der Rückgang bisher sogar 57 Prozent.

- Nur fünf Prozent der eingeladenen Frauen erscheinen zur Mammografie.

- Nur 0,3 Prozent der eingeladenen Frauen kommen aufgrund der Einladungen erstmals zu der Untersuchung zur möglichst frühen Entdeckung verdächtiger Veränderungen.

- 95 Prozent der Mammografien finden derzeit infolge von direkten Verdachtsmomenten (kurative Zuweisungen durch Ärzte) statt.

Zahl von neuen Patienten besonders niedrig

Dabei sollte das organisierte Mammografie-Screeningprogramm gerade Frauen zu der Untersuchung bringen, die bisher noch nicht teilnahmen. Doch gerade das ist bisher ausgeblieben. An den Zahlen kann es keinen Zweifel geben, da mit der Etablierung des bundesweiten Programms alle Untersuchungen genau dokumentiert werden müssen.

Der möglicherweise entscheidende Punkt: Mit dem Start des Programms darf kein Arzt eine Frau zu einer Vorsorge-Mammografie schicken bzw. formal "überweisen". Eine Überweisung ist nur möglich, wenn schon der Verdacht auf eine Erkrankung oder Symptome bestehen. Dafür sind zehn "Indikationen" vorgesehen. Die diagnostische oder kurative Mammografie ist etwas ganz anderes als die Vorsorge-Mammografie bei Frauen ohne Symptome. Für die Vorsorge-Mammografie erhalten hingegen im Rahmen des Programms alle Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren nunmehr alle zwei Jahre direkt eine Einladung zu der Untersuchung.

Frühwald formulierte zu der gegenwärtigen Situation trocken: "Die, die (zur Mammografie; Anm.) dürfen, wollen nicht. Die, die wollen, dürfen nicht."