Erstellt am 09. Oktober 2013, 09:23

"Man muss auf nichts verzichten". Die Ernährungsberaterinnen Sandra Pummer und Sabine Brandstetter über ausgewogene Ernährung im Alter und die kleinen "Sünden".

Mit Müsli startet man gut in den Tag. Haferflocken, Obst sowie Milch oder fettarmes Joghurt ist alles, was man dazu braucht.  |  NOEN, Wadlhäusl
„Du bist, was du isst“. Wer kennt diesen Spruch nicht? Und dennoch fällt – trotz aller Bemühungen – ein bewusster Umgang mit bestimmten Nahrungsmitteln nicht immer leicht. Hinzu kommt, dass der Körper je nach Alter und körperlicher sowie geistiger Tätigkeit unterschiedliche Bedürfnisse hat. Demnach muss auch die Ernährung an die geänderten Lebensgewohnheiten angepasst werden.
Was man mit zunehmendem Alter hinsichtlich Ernährung beachten sollte, wissen Ernährungs- und Sportwissenschafterin Sabine Brandstetter und Diätologin Sandra Pummer.

x  |  NOEN, zVg

Weniger Energie, aber mehr Nährstoffe

„Grundsätzlich ist – wie für alle Altersgruppen – eine ausgewogene Mischkost zu empfehlen“, so Pummer.
Allerdings, so sind sich die Ernährungsexpertinnen einig: „Für Senioren ist eine Anpassung der Energie- und Nährstoffzufuhr notwendig, da sich mit den Jahren die Körperzusammensetzung ändert.“
Was das heißt? Da die Muskelmasse sinkt und die Fettmasse hingegen steigt, benötigt der Körper mit zunehmendem Alter weniger Energie. Die Tücke: Der Bedarf an Nährstoffen sei laut Brandstetter jedoch gleichbleibend – in manchen Fällen sogar erhöht. Das ist beispielsweise bei Kalzium, Vitamin D, Selen oder Zink der Fall. Aus diesem Grund empfehlen Pummer und Brandstetter, Fette und zuckerreiche Lebensmittel durch Nahrungsmittel mit hoher Nährstoffdichte zu ersetzen. Denn: „Der Körper braucht Lebensmittel mit wenig Energie, aber viel Vitaminen und Mineralstoffen“, so Pummer. Solche natürlichen „Light-Produkte“ seien beispielsweise Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte.

Ebenfalls wichtig: Regelmäßige Mahlzeiten, zumindest drei über den Tag verteilt, seien auch für Senioren empfehlenswert. Für Personen mit Beschwerden des Magen-Darm-Traktes sind eher kleine Zwischenmahlzeiten ratsam – wie etwa Gemüse, Obst oder zum Beispiel zuckerfreies Naturjoghurt mit Früchten.
Worauf man im Tagesverlauf auch nicht vergessen soll, ist die Flüssigkeitszufuhr mit antialkoholischen Getränken. Laut den Expertinnen eignen sich dafür vor allem zuckerfreie Getränke, wie Wasser, Mineralwasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnte Obstsäfte im Verhältnis 3:1. Die empfohlene Trinkmenge liegt bei mindestens eineinhalb Litern pro Tag – und das auch, wenn man kein Durstgefühl empfindet. Vor allem Wasser ist wichtig, da es auch die Konzentration, Leistungsfähigkeit und Verdauung fördert.


Bewusster Umgang mit Süßigkeiten und Co.

Und für Genießer, die gerne ein Gläschen Wein trinken oder gelegentlich zur Tafel Schokolade greifen: Ab und zu darf man sich auch etwas gönnen. Denn davon, beispielsweise Süßes oder Alkohol ganz von seinem Speiseplan zu streichen, halten die Ernährungsberaterinnen nichts: „Das Verzichten ist weder sinnvoll noch notwendig, da dies auf lange Sicht meist nicht durchführbar ist“, so Brandstetter. Und weiter: „Empfehlenswert ist hingegen der bewusste Umgang mit Süßigkeiten, fetthaltigen Speisen und Alkohol.“ Trotz solcher allgemeingültigen Empfehlungen ist es wichtig, die Ernährung auf den eigenen Körper anzupassen. Denn: „Häufig treten mit den Jahren verschiedenste Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, des Stoffwechsels oder der Zähne auf.“ Deswegen kann vor allem in solchen Fällen eine individuelle Ernährungsberatung sinnvoll sein.

Einen Vorschlag für einen Wochen-Speiseplan finden Sie im NÖN-Extra: <strong>&gt;&gt;&quot;Aktiv im Alter&quot;.</strong>