Erstellt am 24. Januar 2011, 09:21

Mehr Bewegung für Schüler!. STUDIE / Kinder & Jugend-liche in NÖ machen zu wenig Sport.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Mindestens eine Stunde Bewegung täglich, lautet die Empfehlung. Immerhin: „Kinder, die sich bewegen, sind gesünder als Kinder, die sich nicht bewegen“, erklärt Andrea Podolsky vom Institut für Präventiv- und angewandte Sportmedizin am Landesklinikum Krems.

Aktive Kinder haben eine bessere Ausdauer, mehr Kraft, stärkere Knochen. Sie sind seltener übergewichtig. Und: „Kinder, die Sport machen, sind auch psychisch gestärkter“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka. Zudem können sie sich besser konzentrieren, haben bessere Noten, sind geistig fitter.
In Wirklichkeit aber halten sich Kinder und Jugendliche so gar nicht an diese Empfehlung von einer Stunde täglich. „61 Prozent aller untersuchten Schüler entsprechen der Bewegungsempfehlung nicht“, fasst Podolsky das Ergebnis der „Get fit Kid“-Studie zusammen. Dabei wurden 1890 Schüler aus ganz NÖ, von der vierten bis zur 13. Schulstufe, untersucht.

Burschen sind aktiver als Mädchen
Bis zum 14. Lebensjahr erfüllen die Burschen zwar die Bewegungsempfehlungen. Mit 15 ist es damit aber auch schon wieder vorbei. Und bei den Mädchen sieht die Situation generell schlechter aus. „Nur 29 Prozent aller bis 14-jährigen Mädchen bewegen sich ausreichend“, so Podolsky. In der Gruppe „15 Jahre und älter“ ist es nur mehr jedes fünfte Mädchen.
Weniger weibliches als männliches Interesse gibt es auch beim Freizeitsport: „Nur jedes vierte Mädchen besucht einen Verein, aber jeder zweite Bub.“

Mindestens drei Stunden Schulturnen pro Woche
So gibt es auch Unterschiede, wie sich die Bewegungszeit (Schulsport, Freizeitsport, Vereinssport …) zusammensetzt, bei Burschen und Mädchen verschieden. Burschen bewegen sich in ihrer Freizeit etwa gleich viel wie in der Schule. Im Vergleich dazu: „Die Hälfte ihrer Bewegung machen Mädchen im Schulturnen“, erläutert Podolsky. Das zeigt, wie wichtig ausreichend Sport in der Schule – die Autoren der Studie denken an mindestens drei Schulturnstunden pro Woche – ist. Auch deshalb, weil gezeigt werden konnte, dass Schulturnen einen wesentlichen Einfluss auf die motorische Leistungsfähigkeit hat. Vereine können das nicht ausgleichen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass gute konditionelle Fähigkeiten (Kraft, Ausdauer …) auf mehr Sport zurückzuführen sind.

Wie viel Bewegung gemacht wird, hängt übrigens auch davon ab, in welche Schule man geht – bei frauendominierten Schulen ist es häufig weniger Bewegung – und wo der Schüler lebt. Beispiel: „Kinder im ländlichen Raum bewegen sich weniger. Kinder im urbanen Bereich sind wesentlich aktiver“, erklärt Sobotka. Auch weil sie in der Stadt mehr Vereine besuchen. Und auch die Regionen sind unterschiedlich: Im Weinviertel ist Bewegung kein großes Thema. Anders im Industrieviertel: Dort bewegt man sich am meisten. Waldviertel, Mostviertel und Zentralraum liegen im mittleren Bereich.