Erstellt am 27. Januar 2014, 13:42

von Christine Haiderer

Mit künstlichen Gelenken. Stabil & beweglich | Am Landesklinikum Zwettl erhielten vergangenes Jahr mehr als Tausend Patienten eine Endoprothese.

Manfred Weissinger (Ärztlicher Direktor Landesklinikum Gmünd-Waidhofen/Thaya-Zwettl), Landesrat Karl Wilfing und Robert Griessner (Medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding). Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN
Von Christine Haiderer

„Die Menschen werden immer älter“, so Landesrat Karl Wilfing. Jedes Jahr um 0,3 Jahre. Doch nicht nur das Alter der Menschen nimmt zu, sondern auch Operationen, bei denen künstliche Gelenke eingesetzt werden.

Alleine am Landesklinikum Zwettl erhielten vergangenes Jahr mehr als Tausend Patienten eine Endoprothese. Dort, wo vor zehn Jahren das Team rund um Manfred Weissinger die Zwettler Hüfte entwickelte.

Oberschenkelschaft aus Titaniumlegierung eingesetzt

Was das Besondere an der Zwettler Hüfte ist? „Wir drehen die Pfanne behutsam in das Becken hinein“, so Weissinger. Die Schraubpfanne aus Titanium hat ein Spezialgewinde. Dadurch muss nicht so viel Knochen entfernt werden. „Wenn die Pfanne sitzt, dann setzen wir einen Einsatz ein.“

Diese Kugel besteht aus Kunststoff oder Keramik. Dann wird der Oberschenkelschaft aus einer Titaniumlegierung präpariert und eingesetzt. Der Vorteil von Titanium übrigens ist, dass die Knochenzellen gut anwachsen.

Zwettl drei Tage unter der österreichweiten Verweildauer

„Wir prüfen Beweglichkeit, Stabilität und Beinlänge“, erläutert Weissinger. Die Implantate übrigens sind auch bei Osteoporose stabil. Und da alles mittels Knopflochchirurgie passiert, wird sehr weichteil- und muskelschonend gearbeitet.

So gibt es danach weniger Probleme beim Gehen. Der Patient kann schon nach einem bis drei Tage nach der OP wieder sitzen. Und: „Österreichweit haben wir eine Verweildauer von 12 Tagen, Zwettl schafft das in neun Tagen“, so Wilfing.

Gründe für derartige Operationen bei Hüfte und Knie gibt es übrigens viele. Von der natürlichen Abnützung im Laufe der Jahre über Abnützungen ausgelöst durch Unfälle bis hin zu Knochenbrüchen des Schenkelhalses oder Osteoporose, Knochentumore, Infektionen usw.