Erstellt am 26. März 2012, 00:00

Müde bin ich …. KRANKHEITEN / Jedes Jahr im Frühjahr ziehen sich die Augenlider besonders intensiv nach unten – oder doch nicht?

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VON CHRISTINE HAIDERER

Früher war Müdigkeit im Frühling ein Symptom von Krankheiten, die der lange Winter mit sich brachte, wie etwa Vitaminmangel. Diese Krankheiten gibt es heute nicht mehr, müde fühlen sich im Frühling aber dennoch viele – aus Tradition.

Dieses Phänomen hat aber auch seine gute Seite: Wenn man tatsächlich müde ist, vielleicht aufgrund psychischer und physischer Krankheiten oder Probleme, die man behandeln lassen sollte, macht der Frühling einen darauf aufmerksam. Denn: „Um diese Jahreszeit denken die Leute daran“, so der Schlafforscher Bernd Saletu.

Zu den Gründen von emotionellen Schlafstörungen zählen zum Beispiel affektive Störungen. Darunter übrigens auch solche, die tatsächlich zu bestimmten Zeiten wesentlich sind, wie etwa die saisonale Depression.

Apropos, Saison: Müdigkeit kann auch ein Symptom einer Pollenallergie sein. Wobei dieses Symptom früher noch ausgeprägter war. Grund dafür: „Antihistaminika haben früher auch müde gemacht“, erläutert Saletu.

Die Müdigkeit kann aber auch Ursachen haben, die das ganze Jahr über auftauchen können: Zum Beispiel infolge von Anpassungsstörungen (bei Kummer, Konflikten in der Partnerschaft usw.), neurotischen Störungen (Angststörungen, Chronic Fatigue Syndrom usw.) oder etwa durch den chronischen Gebrauch von Schlafmitteln (die auch Tagesmüdigkeit auslösen können), Drogen und Müdigkeit …

Auch körperliche Leiden  können Ursache sein

Darüber hinaus gibt es auch Schlafstörungen mit organischen Ursachen. Wie zum Beispiel Narkolepsie (Betroffene schlafen extrem schnell ein). Dazu gehören aber auch schlafbezogene Atmungsstörungen (Schlafapnoe). Dabei bekommt man in der Nacht zu wenig Luft, der Sauerstoff fällt ab, man wacht auf. Diese Mikroweckreaktionen wirken sich dann darauf aus, wie müde man tagsüber ist. „Die Anzahl der Mikroweckreaktionen ist direkt korreliert mit der Tagesmüdigkeit“, so Saletu. Daher sollte man bei Verdacht unbedingt zum Arzt.

Zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt gibt es noch einen weiteren Grund: die Zeitumstellung. Sie kann wie ein Jetlag wirken. „Man kann sich ‚nicht ganz da’, oder ‚angekommen’ fühlen und könnte vorübergehend Schwierigkeiten beim Einschlafen beziehungsweise beim ‚Aus-dem-Bett-kommen‘ erleben“, erläutert die Schlafforscherin Brigitte Holzinger. Die Umstellung dauert ein paar Tage. Maßnahmen der Schlafhygiene können aber helfen: den neuen Rhythmus annehmen, im neuen Rhythmus Tag und Nachtaktivitäten einteilen, Sport (besonders Ausdauersport) und gesunde, vitaminreiche Ernährung.

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