Erstellt am 23. Januar 2012, 00:00

Neue Lösungen erarbeiten. CHRISTOPH REISNER, Präsident der Ärztekammer für NÖ.

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NÖN: Was sagen Sie zum Antrag, dass das Land NÖ Gesundheitsministerium und Bundesregierung auffordern soll, über die Hausapotheken-Regelungen nachzudenken?

Christoph Reisner: Das ist sehr erfreulich und entspricht unserer Forderung, sich eine neue Lösung zu überlegen. Es gibt verschiedene Varianten, wie man das Problem lösen kann. Ich freue mich über diese Initiative für die Menschen in diesem Bundesland, das ein weites Land ist, wodurch die Bedürfnisse andere sind als in anderen Bundesländern.

NÖN: Was ist Ihrer Meinung nach das Problem an der gegenwärtigen Gesetzeslage?

Reisner: Diese sechs Kilometer können – je nach Verkehrsversorgung – unüberbrückbar sein. In Wien ist es dank des Straßen- und U-Bahn-Netzes kein Pro-blem, sechs Kilometer zurückzu- legen. Aber: Umso weniger öffentliche Verkehrsmittel es gibt, umso schwieriger wird es. Dann trifft es die schwächsten der Bevölkerung: ältere Menschen, junge Mütter mit Kindern, Mütter, die ihre kranken Kinder nicht alleine zu Hause lassen können. Es gibt Regionen, in denen der Autobus einmal in der Früh und einmal am Abend fährt, und wenn man dann kein Auto hat oder niemanden untertags, der einen fahren kann …

NÖN: Was glauben Sie wird passieren, wenn der Antrag im NÖ Landtag beschlossen wird?

Reisner: Wenn er beschlossen wird, wird man darüber nachdenken. Es ist uns wichtig, dass die Berufsgruppen – Ärzte und Apotheker – gemeinsam mit der Politik Lösungen erarbeiten, für die Bevölkerung tragbare Lösungen, auch in dünn besiedelten Regionen.