Erstellt am 23. Juli 2012, 00:00

Neue Schönheits-OPs. GESETZ / Ab 1. Jänner soll es mehr Aufklärung, Eingriffe nur durch bestimmte Ärzte und keine OPs bei Unter-Sechzehnjährigen geben.

VON GERHARD LORENZ

Nase zu schief? Bauch zu dick? Zu viele Falten? Alles kein Pro-blem! Die ästhetische Chirurgie macht’s möglich. Fast jeder Schönheitswunsch kann erfüllt werden.

Haben früher meist Frauen versucht, den Schönheitstrends zu entsprechen, so holt in letzter Zeit auch das männliche Geschlecht rapide auf. Schönheitsideale liegen in der subjektiven Wahrnehmung des Einzelnen und ändern sich im Zeitablauf, in den Kulturen und in der Gesellschaft. Und: Die „Patienten“ werden immer jünger. Mit einem Wort, das Geschäft mit der vorgeschriebenen Schönheit blüht, egal ob mit chirurgischen oder medikamentösen Eingriffen.

Ab 1. Jänner 2013 gilt das neue Bundesgesetz über die Durchführung von ästhetischen Behandlungen und Operationen. Kurz zusammengefasst: Jeder Arzt ist verpflichtet, seinen Patienten über die Methode und Tragweite des Eingriffs genauestens zu informieren. Einschließlich Komplikationen, Nachbehandlungen und Kosten für den Patienten. Zwischen der Einwilligung des Patienten und der Durchführung der Operation müssen mindestens zwei Wochen vergangen sein.

Keine Eingriffe für

Jugendliche unter 16

An Jugendlichen unter 16 Jahren dürfen keine Eingriffe gemacht werden. Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahre brauchen die Einwilligung des Erziehungsberechtigten. Außerdem muss ein sogenannter Operationspass ausgestellt werden.

Wie sieht ein Facharzt für HNO dieses neue Gesetz? Robert Pavelka war Berater bei dem Gesetzesentwurf. „Wie bei fast allen neuen Gesetzen liegt der Teufel im Detail. Der Operationspass ist zum Beispiel eine gute Einführung. Doch: Wie kann ich als Arzt überprüfen, ob es stimmt, wenn mein Patient sagt, er hat keinen?“

Gut aus Pavelkas Sicht ist: „Dass erst ab 16 Jahren ästhetische Operationen durchgeführt werden dürfen, kann in meinem Fach bei Kleinkindern mit abstehenden Ohren umgangen werden. Da es sich in diesen Fällen um Fehlbildungen handelt. Die kann man auch schon früher korrigieren.“ Als Qualitätssprung sieht der Mediziner auch die Tatsache an, dass die Ärztekammer sehr genau die Qualifikationen der Ärzte überprüft. „Ich darf in meinem Gebiet zum Beispiel nur Operationen im Kopfbereich durchführen, Ohren oder Nasenkorrekturen.“ Ein Hautarzt darf nur seiner Ausbildung entsprechend Eingriffe durchführen, wie zum Beispiel Fettabsaugung. Ein Augenarzt wiederum im Bereich der Augen. Gebiete, auf denen sie auch mehr Erfahrung haben.