Erstellt am 07. Februar 2011, 08:50

Nicht stolpern!. HINDERNIS / Ob in der Arbeit oder im Privaten – im Leben gibt es immer wieder Stolpersteine, mit denen man umgehen muss.

VON CHRISTINE HAIDERER

Egal ob ein demütigender Chef oder Kollegen, die einem alles zu Fleiß machen – auf Stolpersteine trifft man immer wieder.
Meist verursachen diese Widrigkeiten nicht sofort psychische Probleme, steuert man aber nicht dagegen, können sie sich entwickeln. Man stolpert, stößt sich die Zehen oder fällt auf die Nase.
Damit das nicht passiert, ist es wichtig, den Stolperstein – oder auch das Gebirge – als solchen zu erkennen: „Man muss genau hinschauen“, rät die Psychoanalytikerin Rotraud A. Perner.
Dann heißt es: Kann ich ihn aus dem Weg räumen, rundherum gehen oder drüberspringen? „Man muss sich überlegen, welche Alternativen habe ich?“, so Perner.

Sich ärgern oder ein anderes Gefühl wählen
„Die meisten Leute bleiben stehen und ärgern sich darüber. Der Blutdruck steigt, die Magensekretion nimmt zu …“ Doch das ist nicht gesund, man verliert Zeit und Energie. Aber das muss nicht sein. Man kann sich auch für eine andere Variante entscheiden. „Kränke ich mich oder ärgere ich mich? Oder entscheide ich mich, mit einem anderen Gefühl zu reagieren?“
Selbst in Situationen, in denen es so scheint, als ob man keine Wahl hat – etwa bei einer Weisung von oben – kann man sich zumindest dafür entscheiden, die Tätigkeit nicht verärgert, sondern entspannt anzugehen. Also, ein anderes Gefühl zu wählen, das weniger belastet.
Nicht immer ist es leicht, vom Sichärgern auf andere Gefühle umzuschalten. „Es ist keine Schande hinzufallen, wenn man stolpert, und kurz liegen zu bleiben“, sagt Perner. Problematisch wird es aber – auch für die mentale Gesundheit, wenn man chronisch stolpert, liegen bleibt und sich gar nicht mehr aufrafft.