Erstellt am 30. Januar 2012, 00:00

ohne Grenzen. Generationen“ erklärt. NÖ ist mit großem Engagement dabei.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON TINA WESSIG

„Gerade in Zeiten der gefühlten Unsicherheit dürfen wir es nicht zulassen, dass der soziale Zusammenhalt Risse bekommt und dass das Miteinander der Generationen untergraben wird“, so das Plädoyer von Landesrätin Barbara Schwarz zum Auftakt des EU-Jahres „des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“.

Was auf den ersten Blick ein wenig sperrig klingt, soll als Brückenschlag verstanden werden: Die Jungen lernen von den Alten – und umgekehrt. Wissen, Erfahrung und Weltbild sollen auf Augenhöhe diskutiert und – obwohl aus ganzunterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet – geteilt werden.

„Die hohe Lebensqualität in Niederösterreich wird vor allem bestimmt durch den sozialen Frieden, der in unserem Land herrscht. Auch wenn die demografische Entwicklung zeigt, dass die ältere Generation stark zunimmt, während die Bevöl kerung im erwerbsfähigen Alter abzunehmen beginnt“, führt Schwarz aus und untermauert dies mit Zahlen: „Aktuell sind 23 Prozent der Österreicher über 60 Jahre alt, im Jahr 2020 sind es bereits 26 Prozent und im Jahr 2050 werden es 33 Prozent sein.“

2030 wird ein Drittel der  NÖ-Bevölkerung über 60 sein

„Allein in NÖ leben derzeit rund 395.000 Menschen, die über 60 Jahre sind. Das sind derzeit 25 Prozent der Bevölkerung. Im Jahr 2030 werden es 574.000 über 60-Jährige sein – immerhin ein Drittel der Gesamtbevölkerung“, rechnet Schwarz vor.

Die Niederösterreicher leben nicht nur länger als je zuvor, sondern bleiben auch länger aktiv. Im Arbeitsprozess wie auch als aktives Mitglied der Gesellschaft. Wichtige Aufgabe sei in diesem Zusammenhang, den Erfahrungsschatz der älteren Generation an die junge Generation weiterzugeben. Speziell bei Institutionen wie der Feuerwehr oder bei heimischen Musikkapellen funktioniere dieser Austausch perfekt. „Es darf nicht sein, dass ein Aufrechnen nach dem Motto ,Wer zahlt für wen?’ die Generationen auseinanderdividiert“, so Schwarz. Vielmehr gelte es, Zuversicht und Know-how weiterzugeben.

Viele Veranstaltungen und  Initiativen finden statt

Beim Projekt „EU und wir“ wird etwa die Frage gestellt, wie die Generationen die Union erleben: „Die Europäische Union betrifft alle, aber jede Generation hat dazu einen anderen Zugang.“

Die ältere Generation erlebe die EU vermehrt als Friedensprojekt, für die jungen Menschen bedeute Europa indes Reisefreiheit und die Chance, in fremden Ländern studieren zu können.

Doch schon viel naheliegender kann der Gedanke des Dialogs zwischen den Generationen umgesetzt werden: Etwa im Bereich der Nachbarschaftshilfe sei die Einbindung der älteren Generation unverzichtbar, so Schwarz. Die Internetplattform www.aktivplusboerse.at soll als Tauschbörse für ehrenamtliches Engagement zur Verfügung stehen. Hier können Menschen Dienste anbieten und abrufen, etwa im Bereich von Gartenpflege, Unterstützung beim Einkaufen, Lernhilfe für Kinder etc.

Ein breites Betätigungsfeld biete auch die Initiative „Uni-Aktiv-Plus“ an den NÖ Fachhochschulen an: Bisher haben 1200 Personen an dieser Veranstaltungsreihe teilgenommen. In einem weiteren Schritt wird eine grenzüberschreitende Seniorenakademie mit der Region Vysocina in Tschechien gegründet: „Menschen, die die Se niorenakademie absolviert haben, sollen ein Zertifikat erhalten und ihr Wissen als Multiplikatoren in ihren Gemeinden weitergeben“, wünscht sich die Landesrätin. Mit dem generationenübergreifenden Veranstaltungsangebot leiste NÖ einen Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben.


INFOS UND TERMINE


14. Februar: Forum des Europäischen Jahres 2012, Brüssel
7. April: Weltgesundheitstag zu „Altern und Gesundheit“
29. April: Tag der Solidarität zwischen den Generationen
1. Oktober: Internationaler Tag der älteren Menschen