Erstellt am 04. November 2014, 12:55

Mehr Beschwerden über Spitäler im Burgenland. Rund 170 neue Beschwerdefälle landen im Burgenland im Schnitt jährlich beim Patientenanwalt.

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2012 waren es 165, 2013 gab es einen Anstieg auf 187. Dieser sei vor allem auf die um 36,4 Prozent gestiegenen Beschwerden bei Krankenanstalten zurückzuführen, erklärte Patientenanwalt Josef Weiss am Dienstag in Eisenstadt. Bei anderen Anbietern von Gesundheitsdiensten sei die Entwicklung stabil.

Die meisten Beschwerden gebe es betreffend Unfallchirurgie und Orthopädie, dahinter folge die Chirurgie. Operative Fächer seien mit einer hohen Erwartungshaltung verbunden, meinte Weiss. Zu beobachten sei auch, dass die Menschen offenbar ungeduldig würden: "Es dauert ihnen alles viel zu lange, obwohl sie eine relativ schwere Verletzung haben. Da ist manchmal erkennbar, dass hier wenig Einsicht besteht." Durch Zeitmangel in den Spitälern werde aber vielleicht auch die Kommunikation "ein bisschen hintangestellt".

Vorwurf von Behandlungsfehlern

83 Prozent aller Beschwerden über Krankenhäuser beziehen sich auf den Vorwurf von Behandlungsfehlern, so Weiss. Für die Erstellung von Gutachten - im Zeitraum von 2012 bis 2013 waren es 81 - gebe man pro Jahr rund 20.000 bis 25.000 Euro aus. In 65 Prozent der bearbeiteten Fälle sei es zu einer Entschädigung gekommen.

In 32 Fällen habe sich ergeben, "dass doch ein Behandlungsfehler vorgelegen hat", erläuterte Weiss. Hier wurden über die Haftpflichtversicherung insgesamt 567.000 Euro bezahlt. Aus dem Patientenentschädigungsfonds floss für weitere 20 Betroffene die Gesamtsumme von 164.000 Euro.

Deutlich weniger Beschwerden - insgesamt fünf in zwei Jahren - habe es über die 45 burgenländischen Pflegeheime gegeben, berichtete Weiss. Den Hauptgrund dafür sieht der Patientenanwalt darin, dass die Heime wohnortnah liegen, Angehörige regelmäßig zu Besuch kämen und dadurch eine sehr gute Kommunikationsschiene zum Pflegepersonal bestehe.