Erstellt am 05. März 2012, 00:00

Pfeffer im Glas. 10 JAHRE DAC / Ein Grüner Veltliner feiert sein zehnjähriges Jubiläum. Zuletzt wurden 3,8 Millionen Flaschen produziert.

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VON CHRISTIAN BAYR

10 Jahre ist es nun schon her, dass der erste DAC-Wein Österreichs das Licht der Welt erblickte: Dem Weinviertel blieb es vorbehalten, den ersten herkunfts-zertifizierten Weißwein, einen Grünen Veltliner, auf den Markt gebracht zu haben. Zehn Jahre später produzieren mehr als 600 Winzer im größten heimischen Weinbaugebiet jährlich rund 3,8 Millionen Flaschen DAC-Wein.

DAC steht für „Districtus Austriae Controllatus“, eine streng kontrollierte Herkunftsbezeichnung für Weine, die pro Weinbauregion eine Leitsorte – im Fall des Weinviertels den Grünen Veltliner – in den Mittelpunkt stellt. Das war vor zehn Jahren gar nicht so einfach, wie sich Roman Pfaffl, Mitinitiator des DAC-Projektes, erinnert: „Damals stand das Weinviertel noch für Billigweine, Vorzeigebetriebe waren selten. Und viele Winzer hatten Angst, dass die anderen Rebsorten bei einer Konzentration auf den Grünen Veltliner untergehen würden“.

„Das Ziel bei der Einführung des Weinviertel DAC war die Schaffung eines unverwechselbaren Profils der Weine und die Umsetzung einer konsequenten Marketingstrategie. Gott sei Dank haben die Konsumenten von Anfang an den Typus des pfeffrigen Grünen Veltliners aus dem Weinviertel sehr gut angenommen“, ergänzt Willi Klinger, Chef der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft.

Gefolgt vom  DAC-Reserve

Im Februar 2010 schließlich bekam der leichte DAC-Wein einen „gewichtigeren“ Bruder: Mit der Einführung der DAC-Reserve (mit mindestens 13 % Alkohol) wurde auch die Nachfrage nach länger lagerbaren Weinen erfüllt. Pfaffl: „Bereits im ersten Jahr konnten wir 140 Reserve-Weine von über 100 Winzern vorstellen. Damit haben wir auch das hochwertige Herkunftsprinzip unseres Grünen Veltliners unterstrichen“. Und: „Wir wollen in den kommenden Jahren den Export, der derzeit bei rund 30 Prozent liegt, weiter ausbauen, ebenso die produzierte Menge von derzeit 3,8 Millionen Flaschen auf rund sieben Millionen Flaschen steigern.“ Und auch Weinbaupräsident Fritz Pleil stellt dem gebietstypischen Veltliner ein hervorragendes Zeugnis aus: „Der Weinviertel DAC stellt eine der Erfolgsgeschichten im heimischen Weinbau dar.“

Der DAC hat aber nicht nur die Lebensgrundlage der Winzer in der Region verbessert, sondern auch zu einem neuen Selbstbewusstsein geführt. Pfaffl: „Noch vor zehn Jahren haben die wenigen Top-Betriebe ernsthaft überlegt, das Wort Weinviertel überhaupt von ihren Etiketten zu streichen. Heute ist jeder stolz darauf. Das DAC-Projekt hat in der gesamten Region für eine bisher nicht gekannte Aufbruchstimmung gesorgt.“

Die Weinviertler Winzer begehen das DAC-Jubiläum in den kommenden Wochen mit einer Verkostungstournee durch Österreich und Deutschland. „Und die Qualitätsoffensive geht weiter. Als Nächstes führen wir ein eigenes Zertifizierungssystem für die Weinbaubetriebe ein, bei dem es nicht nur um Nachvollziehbarkeit und Kontrolle geht. Bereits ab der Ernte 2012 dürfen DAC-Reserveweine nur mehr von den zertifizierten Betrieben produziert werden.“