Erstellt am 13. Februar 2012, 00:00

Phantasie. setzen Gruppen ein gemeinsames Thema um.

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VON JULIA POPP UND TINA WESSIG

In der „fünften Jahreszeit“ geht es hoch her: Gefeiert wird am Gschnas, auf Faschingsumzügen, Bällen und privaten Feiern. Das perfekte Kostüm zu finden, ist oft nicht einfach. Aber es gibt Fachleute, die bei der Entscheidung und bei der Umsetzung helfen. Christa Rössler führt einen Kostümverleih in Korneuburg, Carla Dögl betreibt ein Geschäft in Möllersdorf. Sie wissen, was dieses Jahr im Fasching, angesagt ist. Dögl: „Die Kunden wollen verstärkt etwas, was ausgefallen ist.“ Einer ihrer männlichen Kunden geht heuer etwa als Coladose.

Die Inspiration zum Kostüm  kommt oft aus den Medien

 

Die Initialzündung für die Idee zur Verkleidung kommt oft aus den Medien. „Musicals, Kino- und Fernsehfilme geben die Richtung vor“, weiß Rössler. „So sind heuer dank des „Cats“-Musicals zahlreiche Katzen zu bestaunen, und wegen „Sister Act“ werden viele Nonnen den Weg kreuzen.“ Zu bewundern gibt es auch lebensgroße Schlümpfe und – „aber das geht schon mehrere Jahre und bleibt auch“ – Piraten (r.), die dem „Fluch der Karibik“ nacheifern wollen. So schnell, wie manche Trends mit den Medien kommen, so schnell verschwinden sie auch wieder: „Nächsten Fasching ist es vergessen“, weiß Rössler.

Männer gehen übrigens gerne als Wikinger oder als Musketier. „Aber auch für Kapitäne und Matrosen gibt es tolle Kostüme“, ergänzt Dögl. Die „kleinen Männer“ bevorzugen vielfach ein anderes Metier: „Sie tendieren eher in Richtung Horror und Halloween. Sie gehen gerne als Gruselgestalten“, meint Rössler.

Wer mag, holt sich Anleihen  aus Märchen & Mittelalter

 

Kleine Mädchen spielen gerne Prinzessin mit „Rosa und Gold und Tüll“ (r.) bestätigt Dögl. „Das war immer so und wird auch so bleiben.“ „Wenn sie dann schon große Mädchen sind, verkleiden sie sich allerdings lieber als Haremsdamen oder als Nonnen“, fügt Rössler hinzu.

Bei witzigen Tierkostümen sind sich beide einig: Sie sind „in“. Sehr angesagt sind bei den Erwachsenen in diesem Jahr auch Märchen: Etwa Sterntaler oder die böse Fee aus „Dornröschen“ stehen hoch im Kurs. Auch kunterbunte Hippies sind heuer stark vertreten – mit kurzen Kleidchen, runden Brillen und Glockenhosen. Und noch ein Hype: Das Mittelalter lässt ebenfalls grüßen!

Manche Männer mögen es extravagant: „Seit einiger Zeit“, sagt Christa Rössler, „ist zu erkennen, dass sich Männer gerne als Frauen verkleiden.“ Damit nicht genug: „Sexy soll es ausschauen.“ Und im Nu tanzt „er“ im Dirndl, als Ballerina oder als schriller Cheerleader auf der Party an.

Eine Nachfrage, die auch Carla Dögl kennt: „Manche Männer wollen als Transvestiten gehen wie in der Rocky Horror Picture Show.“ Auch (männliche) Ma rilyn Monroes oder Tina Turners hat sie schon ausgestattet.

Der absolute Trend ist das  Verkleiden in der Gruppe

 

Beide Kostümverleiherinnen sind sich in einem Trend einig: „Total angesagt ist die Kostümierung in der Gruppe.“ Dögl: „In Mödling sind heuer viele Superhelden unterwegs, aber auch Außerirdische sind auch sehr gefragt.“ Ebenfalls gefragt sind die Protagonisten aus „Asterix und Obelix“, aber auch die Figuren aus „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ werden gern nachbesetzt. Ebenfalls gefragt: Mexikaner, Rebläuse, die Helden aus „Star Wars“ wie Darth Vader (l.), aus „Herr der Ringe“ und sogar „Moulin Rouge“ wird als Gruppenthema gern umgesetzt.

Ein richtiges No-go gibt es eigentlich nicht. Die einen tragen lieber Schminke, die anderen Gummimasken, allerdings geht „die Mehrheit heuer ohne Maske“, sagt Christa Rössler.

Wie sieht denn nun das perfekte Kostüm aus? „Es muss nicht nur die Verkleidung, sondern auch die Schminke passen“, wissen die Expertinnen. Von Kopf bis Fuß soll das Kostüm nämlich harmonieren. Rössler: „Wenn ich als Katze verkleidet bin und dann nicht geschminkt bin, dann bin ich ja eine traurige Katze.“ Deshalb ziehen Rössler und Dögl ihre Kunden „komplett von Kopf bis Fuß an. Sie bekommen auch alle Utensilien dazu. Perücken, Bärte, Accessoires.“

Auffallend ist, dass immer mehr Senioren kommen und dem Verkleidungstreiben ebenfalls einiges abgewinnen können: „Es kommen viele Kunden zwischen 60 und 70 Jahren“, sagt Dögl. Sie wünschen sich vermehrt „bodenlange Kostüme mit barockem Touch“.