Erstellt am 16. September 2013, 16:20

Pilze nicht aus dem Wald. Vom Hobbygarten bis zur professionellen Pilzzuchtanlage: Marchfelder Biopilze etwa erweitern die kulinarische Vielfalt Niederösterreichs. Wer will, kann auch selber seine Pilze züchten.

Links: Landesrat Stephan Pernkopf und Edlinger-Pilze-Geschäftsführer Hermann Eckert bei der Besichtigung der Pilz-Züchtung in Raasdorf.  |  NOEN, NLK/Pfeiffer
Die kulinarische Vielfalt in Niederösterreich wird durch Bio-Pilze aus dem Marchfeld erweitert. „Diese besondere Form der Lebensmittelproduktion zeigt, dass innovative Produkte aus Niederösterreich auf dem Markt immer stärker nachgefragt werden“, zeigt sich Landesrat Stephan Pernkopf von der Qualität der Bio-Edelpilze begeistert.
Der Traditionsbetrieb Edlingers Pilze GmbH ist Mitglied der GenussRegion Marchfeld Gemüse und ein Partnerbetrieb von „So schmeckt NÖ“. Er hat sich auf die Züchtung verschiedenster Pilzdelikatessen in rein biologischem Anbau spezialisiert. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen bereits 29 Personen und züchtet pro Woche fünf Tonnen Biopilze. Damit ist das innovative Öko-Unternehmen auch ein Wirtschaftsmotor der Region.

„Der Anbau erfolgt nach einer alten fernöstlichen Tradition, die mit moderner Kulturbetreuung nach höchsten technischen und hygienischen Standards ergänzt wird. Der mehrstufige Kultivierungsprozess in Reinraumhallen führt zu reinem Wachstum und Top-Qualität“, so Geschäftsführer Hermann Eckert.
„Die Nachfrage nach den heimischen Pilzen, die bei der Handelskette Spar ganzjährig erhältlich sind, wächst stetig“, freut sich NÖ-Spar-Geschäftsführer Alois Huber. Bio-Edelausternpilze, Bio-Kräuterseitlinge und Bio „Baby“-Kräuterseitlinge sind in vielen Spar-Märkten erhältlich.
Gekühlt sind die Bio-Kräuterseitlinge etwa 14 Tage, die Edelausternpilze mindestens acht Tage haltbar. Edlingers Pilze wurden auch bereits von der Gastronomie entdeckt, unter anderem werden das Restaurant Steirereck, das Grand Hotel und „Le Ciel“ in Wien sowie der Gasthof zum Schauhuber in Orth an der Donau beliefert.
www.edlingers-pilze.at

„Geimpfte“ Baumstämme

Der Waldviertler Pilzgarten bietet eine Vielzahl an Speisepilzen an, die selbst kultiviert werden können.
„Dazu wird 1-metriges wintergeschlägertes Eichen- oder Buchenholz mit Pilzbrut beimpft – nach rund einem Jahr Durchwachsphase kann schon mit den ersten Pilzen gerechnet werden“, erzählt Magdalena Wurth. Ein schattiges, feuchtes Plätzchen im Garten ist hier von Vorteil. Je nach Dicke des Stammes können dann drei bis fünf Jahre frische Pilze geerntet werden.
Ab Frühjahr 2014 kann man im Waldviertler Pilzgarten, einer Katastralgemeinde von Großschönau, wieder Pilzbrut und bereits beimpfte Holzstämme erwerben. Das Sortiment umfasst Shiitake, Austernseitlinge sowie weitere heimische Pilzsorten.
www.pilzgarten.at

 Trüffeln aus NÖ 

Die Firma Trüffelgarten aus Eichgraben im Bezirk St. Pölten wiederum hilft bei der Anlage von Trüffelplantagen. Der Pilzforscher Alexander Urban vom Department für Botanische Systematik und Evolutionsforschung der Universität Wien arbeitet seit langem an der Entwicklung der Trüffelzucht in Österreich. Gemeinsam mit dem aus Frankreich stammenden Forstwirt und Trüffelsucher Tony Pla aus Eichgraben hat Alexander Urban 2004 das „Unternehmen TrüffelGarten“ gegründet. Die Firma widmet sich der Produktion und Vermarktung von Trüffelbäumchen und Trüffeln sowie der Anlage von Trüffelplantagen.
Der Oberwindener Landwirt Ronald Vogl hat vor rund acht Jahren in Einöd eine Trüffelfarm angelegt und hat im Vorjahr seine erste Ernte eingefahren.
www.trueffelgarten.at


x  |  NOEN, zVg

Pielachtal-Champignons

1979 begann Helmut Weissenbacher eine Champignonzucht vorerst als Hobby im Keller des Hauses. 1983 wurde die erste Halle im Pielachtal errichtet und die Belegschaft auf 14 Beschäftigte ausgebaut. 2000 erfolgte dann die Übergabe an den Sohn Helmut Weissenbacher, der kurze Zeit später eine neue Zuchthalle mit sechs Kammern zu je 250m2 Erntefläche aus dem Boden stampfte. 2010 wurde der Betrieb nochmals um 50 Prozent erweitert, um die Versorgung mit frischen Champignons österreichweit sicherstellen zu können. Die wöchentliche Ernte wurde durch diese Maßnahme von 9.000 Kilo auf 14.000 Kilo erhöht. Gegenwärtig sind 30 flinke Frauen und zwei tüchtige Männer im Einsatz, die die Champignons ernten und versandfertig zur Auslieferung verpacken.
Die Firma Weissenbacher in Kirchberg/Pielach ist der größte Champignonzüchter Österreichs und mit 90 Prozent Anteil der Hauptlieferant der Firma Spar.
www.pielachtalerchampignon.at

x  |  NOEN, zVG


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