Erstellt am 27. Dezember 2010, 00:00

Prickelndes für Genießer. SCHAUMWEINE / Zurzeit hat Sekt Hochsaison. Vor allem österreichische Produzenten bieten eine breite Vielfalt.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Reinsortig oder Cuvee, weiß oder rot, als Aperitif oder Zutat eines Cocktails – österreichischer Sekt ist vielfältig und zu 100 Prozent aus österreichischen Trauben.

Hergestellt wird er nach derselben Methode wie Champagner. Dieser trägt – ähnlich wie Prosecco – seinen Namen übrigens aufgrund der Region, in der er entsteht. Aber zurück nach Österreich: Alles beginnt mit der Flasche. In diese kommt Wein und Hefe. Mindestens ein halbes Jahr lang wird der Wein dann vergoren und gedreht – „bis die Flasche am Kopf steht“, beschreibt Winzerin Monika Taubenschuß aus Poysdorf (www.taubenschuss.at).

„Je länger, desto besser.“ Ist die Hefe im Flaschenhals gelandet, wird sie eingefroren, die Flasche wird geöffnet und der Tiefkühl-Hefe-Pfropfen schießt heraus (= „Degorgieren“). Dadurch entsteht ein Freiraum, der mit der sogenannten Dosage (mit Süßwein) aufgefüllt wird. „Damit bestimmt man die Süße des Sektes“, erläutert Taubenschuß. Dann kommen der Naturkorken, Metallspange und Etikett drauf. Und fertig.

Manche Winzer wie das Weingut Steininger in Langenlois versekten den Wein selbst. „Wir erzeugen alle unsere Sekte selber, aus unseren eigenen Trauben“, verrät Brigitta Steininger (www.weingut-steininger.at). Neun verschiedene Sorten gibt es hier. Vom Grünen Veltliner bis zum Sauvignon Blanc. Letzterer passt übrigens gut zu Paprikaspeisen, wie Paprikahuhn, aber auch zu Räucherlachs … Neben Anlass, Jahreszeit und Speisen ist bei der Wahl des Sektes vor allem die Rebsorte entscheidend. Trinkt man gerne Grünen Veltliner, schmeckt oft auch der Grüner-Veltliner-Sekt.

Kühl und dunkeln – und nicht zu lange lagern!

Wichtig, damit man hohe Qualität schmecken kann, ist auch, wie der Sekt nach dem Verkauf behandelt wird. Sekt sollte kühl sowie vor Licht und Sonne geschützt gelagert werden. Die ideale Temperatur: 5 bis 7 Grad bei weißem, 6 bis 8 Grad bei Rosé- und 7 bis 9 Grad bei rotem Sekt.

„Am besten ist aufmachen, austrinken und nachkaufen“, rät Benedikt Zacherl von der Schlumberger Wein- und Sektkellerei (www.schlumberger.at). Denn anders als beim Wein wird Sekt nicht besser, wenn er lange lagert. Drei bis vier Jahre sollte man – außer bei besonderer Lagerung – nicht überschreiten. Auch wenn sich so mancher angesichts der Teuerungen etwas derartiges schon überlegt hat. Immerhin könnte der Sektpreis nächstes Jahr um 10 bis 30 Prozent steigen, schätzt Karl Inführ vom Nahrungs- und Genussmittelgewerbe in der NÖ Wirtschaftskammer. Grund dafür ist der heurige Ernteausfall. „Es gibt teilweise Weinsorten, die man gar nicht mehr kriegt“, weiß Inführ. Und die anderen gibt es nur sehr reduziert. Daher hat sich der Weinpreis teils verdoppelt. Gemeinsam mit mehr Kosten für Verpackung, Transport … erhöht sich so auch der Sektpreis.

Bei Schlumberger zum Beispiel wird sich die Preiserhöhung im Bereich von 8 bis 10 Prozent bewegen, je nach Produkt, meint Zacherl.

Zu Silvester und im Fasching bietet sich die Gelegenheit, österreichischen Sekt zu genießen.

WALDHÄUSL