Erstellt am 21. März 2011, 08:18

Punkte im Bild. NEUE INITIATIVE / Diabetikern drohen verschiedene Folgeerkrankungen, darunter auch das diabetische Makulaödem.

VON CHRISTINE HAIDERER
Rund 400.000 Menschen in Österreich leiden unter Diabetes, weitere 200.000 ohne es zu wissen.

Das Problem: Diabetes kann – wenn er nicht gut eingestellt ist – zu Folgeerkrankungen führen. Und: „Wenn der Zuckergehalt im Blut zu hoch ist, werden kleine und große Blutgefäße geschädigt“, erläutert Josef Ritter von der NÖ Diabetikervereinigung. Das kann auch im Auge passieren. Gefäßneubildungen können entstehen, und in Folge Blutungen oder Netzhautabhebungen. Der Betroffene kann erblinden.

Eine andere Erkrankung ist das Diabetische Makulaödem (DMÖ). Durch die beschädigten Gefäße kann Flüssigkeit austreten und die Sinneszellen der zentralen Netzhaut zerstören – jenem Bereich, der das scharfe Sehen ermöglicht. Das Bild von der Welt wird verschwommen, große schwarze Flecken tauchen auf. Man kann nicht mehr Auto fahren, keine Gesichter erkennen.

Davon betroffen sind bis zu 12.000 Österreicher. Doch: „Aufgrund des Lebenswandels steigt die Zahl der Diabetiker. Es ist zu befürchten, dass auch die Zahl der Menschen, die DMÖ bekommen, steigen wird“, warnt Irene Vogel von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen.

So wie bei Diabetes ist auch diese Erkrankung schleichend. Doch um etwas dagegen tun zu können, darf das DMÖ aber noch nicht zu weit fortgeschritten sein. Bisher konnte man durch eine Laseroperation die Krankheit maximal stoppen. Bessere Chancen gibt es für Betroffene nun durch eine neue Behandlungsmethode: Ein Medikament wird direkt in den Augapfel injiziert. „Bei einem Viertel bis einem Drittel kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der Sehleistung“,  betont  der  Herzo-genburger Augenarzt Wolfram Geyer. Wichtig dabei ist die regelmäßige Behandlung und Kontrolle. Und natürlich muss die Erkrankung erkannt werden. Das kann nur eine Augenarzt. Daher: mindestens einmal im Jahr zum Augen-Check! Diabetiker jedes halbe Jahr!