Erstellt am 27. August 2012, 00:00

Ragweed blüht wieder. POLLEN / Die Ersten im Frühling sind Hasel und Erle. Dann kommt die Birke. Gefolgt von den Gräsern. Und ab August quält Ragweed (auch Traubenkraut genannt) die Allergiker.

 |  NOEN

VON CHRISTINE HAIDERER

Sehr auffällig ist es nicht. Das Unkraut, das von Amerika nach Europa eingeschleppt wurde. Vermutlich vor dem Jahr 1900 über Getreidelieferungen. Dafür aber ist es sehr gut im Sich-Verbreiten: Die Samen können sich an Mähmaschinen anheften und so von Feld zu Feld getragen werden. Manchmal sind sie auch in Vogelfutter enthalten und landen damit direkt unterm Vogelhäuschen im eigenen Garten.

Aber auch die Pollen sind sehr aktiv. Eine Pflanze kann in einer Saison – je nach Temperatur und Feuchtigkeit – zig Millionen Pollen in die Luft schleudern. Und die sind so winzig, dass sie der Wind auch mehrere Hundert Kilometer weit tragen kann. So schaffen es Ragweed-Pollen auch in Regionen vorzudringen, in denen es gar nicht wächst.

In NÖ tun sie das jedoch schon. Vorwiegend im Osten des Landes. Dort, wo laut einer Studie auch mehr Allergiker darunter leiden. Mit Heuschnupfen & Co. Wie im Marchfeld. Hier haben 14,5 Prozent der untersuchten Allergiker Beschwerden auf Ragweed. Im Mostviertel hingegen sind es nur 12,6 Prozent, im Waldviertel sechs. Niederösterreichweit leidet übrigens jeder Zehnte. Für die restlichen Allergiker ist das Unkraut aber kein Problem. „Es reagiert nicht jeder Allergiker auf Ragweed allergisch“, so Ulrike Schauer, Leiterin der Abteilung Umwelthygiene der NÖ Landesregierung. Auch leiden immer noch mehr Betroffene unter Birke, Gräser, Hausstaubmilbe und Katze.

Ragweed entdecken und den Fund melden

Wo Ragweed sonst noch in NÖ zu finden ist, könnte mit Hilfe eines neuen Meldebogens samt kartografischer Anwendung herausgefunden werden.

„Seit kurzem ist es möglich, über ein eigenes Formular auf der Homepage des Landes NÖ Ragweedfunde zu melden. Und wir bitten die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher um ihre Mithilfe“, so Landesrätin Karin Scheele.

Hat man Ragweed entdeckt, kann man das Formular herunterladen ( www.noe.gv.at -› Gesundheit -› Gesundheitsvorsorge -› Pollenwarndienst), ausfüllen und – mit möglichst genauer Ortsangabe und einem Foto – an post.gs2@noel.gv.at schicken.

Das geht seit Ende Juli. Und: „Es wird gut angenommen“, freut sich Ulrike Schauer von der Abteilung Umwelthygiene. So wurden schon mehrere Fundorte gemeldet.

Warum eine solche Meldung Sinn macht? „Damit wir wissen, wo Ragweed verbreitet ist und wie sich die Verbreitung entwickelt“, erläutert Schauer. So können Maßnahmen besser gewählt werden. Maßnahmen, wie die, die in Niederösterreich seit einigen Jahren gesetzt werden. Maßnahmen, wie Info-Initiativen zum richtigen Umgang mit dem Unkraut. Maßnahmen, durch die Ragweed vernichtet sowie Verbreitung und Pollenflug eingedämmt werden können.

Was man selbst tun kann? Wer Ragweed irgendwo in NÖ entdeckt, der kann den Fundort melden. Und wer eine Pflanze im eigenen Garten findet, der kann sie ausreißen. Am besten schon vor der Blüte und mitsamt der Wurzel (Handschuhe nicht vergessen!). Und dann geht es damit in einem Plastiksack in den Hausmüll!, rät der Pollenwarndienst. Landwirte können sich übrigens zur Beratung an Landwirtschaftskammer und Land wenden.