Erstellt am 18. November 2013, 08:37

Rechte von Menschen mit Behinderungen. Kürzlich wurde in Niederösterreich ein Monitoringausschuss eingerichtet, der über die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen im Sinne der UN-Konvention wachen wird.

Christine Rosenbach, die Gleichbehandlungsbeauftragte des Landes NÖ (1.v.l.), mit den Mitgliedern des Monitoringausschusses; 3.v.r.: Monika Vyslouzil.  |  NOEN, NLK J.Burchhart
Monika Vyslouzil, die Leiterin des Ilse-Arlt-Instituts für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten, wurde als Mitglied des Ausschusses angelobt.

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sieht vor, dass deren Rechte und Bedürfnisse in allen Lebensbereichen eingehalten werden – ein Ziel, von dem die Gesellschaft in vielen Punkten noch weit entfernt ist.
 
Seit 13. November 2013 widmet sich ein eigener ExpertInnenausschuss in Niederösterreich der Einhaltung dieser Ziele. Die konstituierende Sitzung dieses Monitoringaussschusses fand im Landhaus in St. Pölten statt.
 
Wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung
„Eine wichtige Funktion des Ausschusses ist die Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft und das gezielte Bearbeiten von relevanten Themen“, sagt Monika Vyslouzil, die derzeit auch ein Projekt an der FH St. Pölten zur Analyse der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Österreich leitet.
 
Monika Vyslouzil hat die Lehranstalt für gehobene Sozialberufe der Gemeinde Wien absolviert, ist promovierte Soziologin, FH-Professorin im Fachbereich Soziale Arbeit und Leiterin des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten. Sie wurde als Expertin aus dem Bereich der wissenschaftlichen Lehre als Ersatzmitglied in den Monitoringausschuss aufgenommen und wird dort Erich Lehner von der Alpen-Adria-Universität vertreten.
 
Einzigartig in NÖ
Niederösterreich ist derzeit das einzige Bundesland mit einem eigenen Gesetz als Grundlage für einen solchen Monitoringausschuss. Den Vorsitz dieses unabhängigen und weisungsfreien Gremiums übernimmt Christine Rosenbach, die Gleichbehandlungsbeauftragte des Landes NÖ.
 
Weiters gehören dem NÖ Monitoringausschuss VertreterInnen von Behindertenorganisationen und NGOs, ExpertInnen aus dem Bereich der wissenschaftlichen Lehre sowie deren SelbstvertreterInnen an. Die Mitglieder des Ausschusses üben diese Funktion ehrenamtlich aus und sind auf sechs Jahre bestellt.
 
Sozial- und Familienlandesrätin Barbara Schwarz zeigte sich erfreut über die Einführung des Monitoringausschusses: „Das ist ein wichtiger Schritt zur Förderung und Überwachung der Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention. Der Monitoringausschuss wird als unabhängiges und weisungsfreies Gremium dafür Sorge tragen, dass die Rechte und die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen eingehalten werden. Ziel unserer gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, dass alle Menschen, die unsere Unterstützung benötigen, mit uns und unter uns leben. Jeder einzelne Mensch – ob mit oder ohne Behinderung – ist als Persönlichkeit mit Fähigkeiten, Stärken und Schwächen eine wertvolle Bereicherung für unsere Gesellschaft“, so Schwarz.