Erstellt am 10. Oktober 2011, 08:18

Rehabilitation für Kinder & Teenager. REHAB-PLÄTZE / Der Bedarf wurde erhoben, Qualitätsstandards sind ausgearbeitet. Jetzt fehlt nur noch die Finanzierung.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Für Erwachsene gibt es in Österreich etwa 8000 Rehabilitationsbetten. Für Kinder aber gibt es kein einziges Rehabilitationszentrum. Das musste auch Markus Wieser feststellen, nachdem seine Tochter an akuter myeloischer Leukämie erkrankte.
Er entschloss sich 2009, die Initiative Kinder- und Jugendrehabilitation ins Leben zu rufen. Mittlerweile gibt es gute Nachrichten: „Wir sehen als Initiative grünes Licht für Kinderrehabilitation in Österreich“, so Wieser.

Für Kinder und Jugendliche mit neurologischen Erkrankungen gibt es rund 50 Rehabilitationsbetten in Österreich. Aber: „Es gibt bei Kindern nicht nur schwere neurologische Erkrankungen. Es gibt auch Herztransplantationen, Schlaganfälle, schwerste rheumatische Erkrankungen“, so Reinhold Kerbl, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendliche am LKH Leoben. Insgesamt werden 350 bis 450 Kinder- und Jugendrehabilitationsplätze benötigt. Das bestätigte auch eine von Gesundheitsminister Alois Stöger veranlasste Erhebung. Im Zuge des Gesundheitsdialoges wurden zudem Qualitätskriterien erarbeitet. Zum Beispiel müssen die Räumlichkeiten kindgerecht sein, und es muss Platz für die Familie geben. „Gerade für krebskranke Kinder wäre eine familienorientierte Rehabilitation notwendig“, so Kerbl.
Das glaubt auch Helmut Gadner, Leiter der St. Anna-Kinderkrebsforschung: „Die Heilung reicht nicht aus, bei so einer familiären Katastrophe.“ Immerhin verursacht eine solche Krankheit Belastung, Ängste und Anspannung bei allen Familienmitgliedern. Und es geht nicht nur um die Gesundung der Grunderkrankung, es muss auch eine ganzheitliche Heilung geben.

Jährlich erkranken übrigens rund 250 Kinder neu an Krebs. Rund zehn Prozent davon fahren bisher noch auf Rehabilitation ins Ausland, so Wolfgang Sperl, Vorstand der Uni-Klinik für Kinder und Jugendheilkunde Salzburg. Das könnte sich aber bald ändern. Denn in Oberndorf, Salzburg, soll in Zusammenarbeit mit der SALK (übergeordnete Einrichtung für Kliniken) und VAMED ein Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche entstehen, für 50 Patienten und ihre Familien.
„Wir haben einen klaren Bedarf, wir haben Qualitätsstandards erarbeitet, wir haben Standorte entwickelt, wir haben den Leistungsanspruch formuliert und wir arbeiten an der Umsetzung eines Zentrums“, fasst Wieser zusammen. „Jetzt geht es um die finanzielle Sicherung.“ Und dazu: „Wir erwarten uns mehr Mut zu einer rascheren Umsetzung der Kinder- und Jugendrehabilitation, die sich zigtausend Kinder gemeinsam mit ihren Familien schon längst verdient haben.“ www.initiative-kinderreha.at