Erstellt am 10. Juli 2013, 16:02

Roche stoppt Diabetesmittel-Forschung. Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche stellt nach einem Rückschlag seine Forschung im Bereich Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf den Prüfstand. Der Basler Konzern stoppte am Mittwoch die Entwicklung des Diabetesmedikaments Aleglitazar wegen Sicherheitsbedenken und mangelnder Wirksamkeit und muss sich damit von einem potenziellen Milliardenmedikament verabschieden.

Bereits im Mai 2012 hatte Roche die Entwicklung von Dalcetrapib gestoppt, nachdem das Herz-Kreislauf-Medikament den Wirkungsnachweis schuldig geblieben war. Anfang 2011 mussten die Schweizer das Diabetesmittel Taspoglutid abschreiben, nachdem viele Probanden darauf mit Übelkeit reagiert hatten. "Es bleibt dabei, dass Roche auf dem Gebiet der Stoffwechsel- und kardiovaskulären Erkrankungen nicht sehr erfolgreich ist und sich unter Umständen von diesen Forschungsgebieten trennen sollte", erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

Die Entwicklung von Aleglitazar galt in Fachkreisen als riskant, versprach bei einem Erfolg aber hohe Verkaufserlöse. Analysten trauten dem Diabetespräparat 2 Mrd. Dollar (1,6 Mrd. Euro) Umsatz pro Jahr zu. Behandelt wurden damit Patienten mit Typ-2-Diabetes, die zuvor einen Herzinfarkt hatten. Bei Diabetes-Patienten sind Herz-Kreislauf-Probleme häufig. Ermutigende Behandlungsergebnisse aus Phase II-Tests bestätigten sich allerdings nicht. Zudem kam es zu Nieren- und Herzproblemen, sodass ein unabhängiges Expertengremium die Einstellung einer spätklinischen Phase III-Studie mit Aleglitazar empfahl. Zu den Kosten für den Stopp machte der Roche-Sprecher keine Angaben.

Rückschläge mit Medikamenten dieser Wirkstoffklasse zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Problemen bei Diabetes-Patienten gab es in der Branche bereits früher. AstraZeneca und Bristol Myers-Squibb stellten die Entwicklung entsprechender Präparate 2006 ein.