Erstellt am 18. Oktober 2010, 00:00

Rund, bunt & köstlich . Im Oktober hat der Kürbis Hochsaison. Dabei werden in NÖ nicht nur Speise-, sondern auch Ölkürbisse angebaut.

VON CHRISTINE HAIDERER

Er gehört zu den ältesten Gemüsepflanzen der Welt, wird seit 10.000 Jahren von Menschen gegessen und kam durch spanische Eroberer von altindianischen Kulturen nach Europa: der Kürbis.
Mehr als ein Gemüse. Immerhin: „Bei den Mayas und Atzteken war der Kürbis nicht nur ein Grundnahrungsmittel, er wurde auch für die Herstellung von Ess- und Kochgeschirr sowie zum Bau von Instrumenten verwendet“, verrät Andrea Karrer in ihrem Buch „Die frische Küche“ (Residenz Verlag).
Mittlerweile aber hat der Genuss den Kürbis wieder zurückerobert. Auch in Niederösterreich. In der Genuss Region Retzer Land Kürbis zum Beispiel werden 600 verschiedene Sorten angebaut. Zwischen der Laaer Ebene und dem Tullnerfeld im Süden. Pro Hektar können 3500 bis 4000 Kürbisse geerntet werden.
Leopold Pischinger aus Watzelsdorf baut seit den 80er-Jahren Kürbisse an. Er war einer der Ersten in Niederösterreich, die sich der Herausforderung stellten. „Wir haben es probiert“. Und? „Unser Weinklima passt!“

Vom Versuch bis  zur Sortenvielfalt
Dazu wurde der Kürbis zunächst auf einer kleineren Fläche angebaut. Und er beobachtete eine Zeit lang, wie der Kürbis auf die neue Umgebung reagiert. „Damit man ein Gefühl für die Pflanze kriegt“, erklärt Pischinger. „Man muss schauen, wie sie sich entwickelt, ob Krankheiten oder Schädlinge auftreten.“ Seitdem hat es sich gut entwickelt. Und Leopold Pischinger baut verschiedene Sorten an. Beim Speisekürbis sind das zum Beispiel Hokkaido (ideal für Suppen und Beilagen), Butternuss (auch gut zum Panieren und als Schnitzel), der Lange von Neapel (unter anderm auch gut für Suppen) und der Feigenblattkürbis. Dieser war, verrät Pischinger, zur Jahrhundertwende in süßer Form mit Honig sehr beliebt.

Köstlichkeiten rund um den Kürbis gibt es übrigens zum Beispiel im Bauernladen Retzer Land (Montag bis Samstag 8.30 bis 18 Uhr). Er lockt mit Kürbissalat, Kürbismarmelade, Bücher über Kürbisse, Kürbiskerne, Kürbiskernöl …

Steirisches Kürbiskernöl aus NÖ-Kürbiskernen
Neben Speisekürbissen findet man auf seinen Feldern aber vor allem Ölkürbisse: „Retzer Gold“ und neue Sorten des Gleisdorfer Saatgutes. Sie werden als Saatgut an andere Landwirte in die Steiermark, aber auch in NÖ verkauft.

Denn auch in NÖ, genauer gesagt im Bezirk Horn, werden Ölkürbisse angebaut. Letztes Jahr auf 1400 Hektar, wie Florian Neumeister vom Maschinenring Manhartsberg verrät. Heuer bereits auf fast 2000 Hektar. „Wir sind mitten in der Ernte.“

Die Kerne der Ölkürbisse werden in Trocknungsanlagen getrocknet und dadurch haltbar gemacht und dann entweder zu Knabberkürbissen weiterverarbeitet. Oder: Sie landen in der Steiermark und werden zu Steirischem Kürbiskernöl. Das aber darf nicht jeder Kürbis-Produzent. Nur die im geologisch geschützten Gebiet im Bezirk Horn können wie ihre Kollegen aus der Steiermark ihre Kerne zur Basis für steirisches Kürbiskernöl machen.

Im Horner Becken wurde eine neue Anlage eröffnet
rocknungsanlagen gibt es im Bezirk übrigens sieben. Die neueste ist am Wochenende als erste im Horner Becken eröffnet worden. Wichtig dabei ist der Maschinenring Manhartsberg. „Der Maschinenring organisiert die Trocknungsanlagen, teilweise auch die Ernte, den Anbau und die Saatgutbestellung“, erklärt Markus Mihle vom Maschinenring Manhartsberg.



18. KÜRBISFEST IM RETZER LAND
Die Zeit der tausend ausgehöhlten Kürbisse und der originellen Kürbisskulpturen ist gekommen. Und so wird am 23. und 24. Oktober in Pulkau und am 23. Oktober in Zellerndorf der Kürbis gefeiert. Dabei warten nicht nur viele kulinarische Köstlichkeiten, sondern auch ein unterhaltsames Programm auf die Besucher.
Pulkau: Am Samstag etwa steht die offizielle Eröffnung mit Kürbisprinzessin Katharina I., der große Kürbisumzug, viel Musik und ein Kürbisclubbing auf dem Programm.

Am Sonntag wiederum lockt die Kürbisregatta, ein Lichtermeer aus schwimmenden Kürbissen auf der Pulkau.
Und an beiden Tagen gibt es für kleine Kürbisfans Kürbisschnitzen, kreatives Basteln rund um den Kürbis, ein magisches Programm und vieles mehr. Und große und kleine Kürbisfans können den Kunsthandwerksmarkt, die Kürbisausstellung, die gruselige Rathausgruft und kulinarische Köstlichkeiten erleben.
In Zellerndorf wiederum wartet ein Hauer- und Kunsthandwerksmarkt in der Kellergasse, ein Traubenmostbrunnen, ein Fackeltanz und vieles mehr.
 Infos: 02942/20010,
 
www.kuerbisfest.at/kuerbisfest