Erstellt am 19. März 2012, 00:00

Saubere Gefahren. UNFALLVERMEIDUNG / Damit der Frühjahrsputz nicht beim Arzt endet, sollte man vorbereitet sein.

VON CHRISTINE HAIDERER

Gnadenlos strahlen sie einem entgegen, all die kleinen Staubkörner, die in der Frühlingssonne selbst Putzverweigerer zu Putzmittel und Lappen greifen lassen. Und schon wird geputzt …

Zumindest, solange kein Unfall das Vorhaben stoppt. Ein solcher kann aber schnell passieren. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) rechnet mit rund 2400 Frühjahrsputz-Anhängern, die sich in den nächsten Wochen verletzen, die Knochen brechen oder mit offenen Wunden im Spital landen werden.

Dabei ist die Gefahrenquelle Nr. 1 das Fensterputzen. Zehn Prozent verunfallen bei Stürzen aus der Höhe.

Eine intakte Leiter ist als  Basis besonders wichtig

Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Prävention im KFV, rät daher: „Es ist besser, einmal mehr die Leiter umzustellen oder Teleskopstangen zu verwenden, als bei akrobatischen Verrenkungen einen Sturz zu riskieren.“ Auf Trittsicherheit sollte man auch beim Putzen von hohen Kästen oder Küchenzeilen achten.

Das richtige Schuhwerk. „Generell sollten beim Putzen nicht nur Socken oder Strümpfe getragen werden, sondern man sollte auf Schuhe mit rutschfester Sohle zurückgreifen.“

Keine Hektik. Man sollte sich Zeit nehmen und das Putzvorhaben planen. Und auch Pausen sind wichtig. Denn: „Überanstrengung und Eile erhöhen das Unfallrisiko.“

Hindernisse vermeiden. „Es ist ratsam, den Frühjahrsputz mit Aufräumen und Ausmisten zu beginnen. Damit reinigt man nicht nur das Gemüt, sondern es werden auch gleich etwaige Stolperfallen entsorgt“, so Robatsch.

Die richtigen Putzmittel. Bei Antischimmelmitteln, Sanitär- und Abflussreinigern mit Aktivchlor kann sich – etwa in Kombi mit säurehaltigen Reinigern (wie WC-Reinigern) – Chlorgas entwickeln. „Wenn man Chlorgas einatmet, können Schäden an Lunge und Atemwegen entstehen“, warnt die Broschüre „Chemie im Haushalt“ des Umweltministe riums (www.umweltberatung.at).

Vorsicht ist auch bei Duftstoffen geboten, auf die bis zu vier Prozent der Österreicher mit Juckreiz und Hautausschlägen reagieren.

Handschuhe tragen. Vor allem, wenn man häufig putzt. Denn durch Wasser und tensidhaltige Reinigungsmittel wird die Haut laufend entfettet. Es können sich Risse und Ekzeme bilden.