Erstellt am 03. September 2012, 00:00

Scharf macht glücklich. CHILI / Die oft extrem scharfen Kult-Schoten finden auch bei uns immer mehr Fans. In Hadersdorf am Kamp wird diese Woche bereits zum zweiten Mal ein heißes Chili-Festival veranstaltet.

Die Dosis macht das Gift. Das gilt, übertragen, auch für Chili.  |  NOEN
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VON CHRISTIAN BAYR

Gourmets auf der ganzen Welt sind stets auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Trend zum „scharfen“ Essen hat dabei ein Gemüse in den Vordergrund geschwemmt, das für seine Schärfe gleichzeitig geliebt und gefürchtet ist: die Chilischote. Ein niederösterreichischer Edelkonserven-Produzent huldigt der Kult-Schote am kommenden Wochenende mit seinem zweiten Chili-Festival im Waldviertel.

„Scharfes Essen ist mittlerweile auch in unseren Breitengraden absolut angesagt“, berichtet Stefan Grossauer aus Langenlois. „Es gibt auch in Niederösterreich echte Fans, die ihre Chilis am Balkon züchten und ihre eigenen Saucen produzieren. Scharf essen macht nämlich glücklich, weil dabei Endorphine ausgeschüttet werden. Es bringt das Blut in Wallung und Farbe ins Gesicht, nicht zuletzt sprechen Profis sogar vom Chili-High.“

Der Chili-Reiz ist eigentlich  ein Schmerzgefühl

Grossauer, der selbst Chilisaucen, aber auch Spezialitäten wie Mohn-Chili-Pesto herstellt, erklärt den „Reiz“ der Schärfe: „Der Chili-Reiz ist ja ein Schmerzgefühl. Der Körper glaubt, er verbrennt. Daher ist die richtige Dosierung wichtig, eine Überdosis des Capsaicin, also jenes Stoffes, dass dieses Brennen hervorruft, wirkt ähnlich wie ein Pfefferspray und kann Augentränen und Würgereize bewirken. Richtig angewendet kann Chili allerdings den Geschmack von Speisen unterstützen und besser zur Geltung bringen.“

Chili passt zu Steaks ebenso  wie zu Gemüse und Salat

Chili ist dabei vielseitig einsetzbar: idealerweise etwa für Saucen wie bei Richard Fohringers Steaksaucen aus seiner Mostviertler Chilifarm, Franz Hartls Chiliölen aus Klosterneuburg oder dem Chilipulver aus selbst gezüchteten Schoten der Gärtnerei Hick in der Wachau.

Grossauer: „Natürlich passt er ideal zu Gulasch oder dem berühmten Chili con Carne. Mit Chiliöl kann man aber auch einem normalen Feld- oder Gurkensalat einen besonderen Kick verleihen. Außerdem eignet er sich gut zum Verfeinern von gegrilltem Fleisch oder Fisch.“

Frische Chilischoten halten – bei Zimmertemperatur gelagert – problemlos zwei Wochen lang: „Am besten legt man sie einfach in einer Vorratskammer in eine luftige Holzkiste. Auf keinen Fall sollte man die Schoten im Kühlschrank aufbewahren, da verlieren sie jeglichen Geschmack.“

Chilis kann man aber auch hervorragend in getrocknetem Zustand oder als Pulver verwenden: „Dabei ist allerdings wichtig, dass die Schoten behutsam getrocknet wurden. Wenn das Pulver verbrannt riecht, dann am besten Finger weg.“

Für alle, die es gerne scharf  haben: Ein Fest für den Chili

Das 2. Chili-Festival findet am 8. und 9. September, ab 11.30 Uhr, im Esslokal in Hadersdorf am Kamp statt. Neben zahlreichen Ausstellern mit vielen Kostproben erwartet die Besucher auch Wissenswertes über die scharfen Schoten in Form von informativen Vorträgen der Arche Noah aus Schiltern.