Erstellt am 29. Dezember 2011, 13:29

Schelling zieht zufriedene Bilanz bei E-Medikation. Eine "durchaus zufriedene" Bilanz hat der Vorstandsvorsitzende im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Hans Jörg Schelling, über die mit Jahresende auslaufenden Pilotprojekte zur E-Medikation gezogen:

 "Trotz des zeitweilig heftigen Gegenwindes" hätten in den drei Pilotregionen knapp 8.000 Patientinnen und Patienten ihre Zustimmung zur Teilnahme abgegeben.

Von den rund 100 teilnehmenden Ärzten, den 57 teilnehmenden Apotheken und den fünf Krankenanstalten wurden insgesamt rund 37.000 elektronische Prüfungen auf Wechselwirkungen durchgeführt", teilte Schelling am Donnerstag mit. Der im April in einigen Bezirken in Tirol, Oberösterreich und Wien gestartete Pilotbetrieb endet wie geplant mit Ende Dezember. Konkret ging es in dieser Testphase um die Vernetzung und elektronische Kommunikation zwischen Ärzten, Apothekern und Krankenanstalten über die Medikation eines Patienten. Nicht nur vom Arzt verordnete, sondern auch in der Apotheke rezeptfrei erworbene Arzneimittel wurden dabei berücksichtigt. "Großen Nutzen" brachte dabei laut Hauptverband die Medikationsübersicht. Ärzte können damit Doppelverordnungen vermeiden und Patienten vor Wechselwirkungen von Medikamenten verschont werden.

Die im Pilotbetrieb gesammelten Erfahrungen werden nun von der Medizinischen Universität Wien wissenschaftlich evaluiert und die Daten in anonymisierter Form statistisch ausgewertet. Der Evaluierungsbericht wird voraussichtlich im April 2012 zur Verfügung stehen und die Grundlage für einen flächendeckenden österreichweiten Einsatz der E-Medikation bilden.

Ohne den Auswertungen der wissenschaftlichen Evaluierung vorgreifen zu wollen, konnten nach Angaben des Hauptverbandes bereits einige wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. "Nur, wenn alle Gesundheitsdienstleister mitmachen, können wir gefährliche Lücken verhindern und das volle Potenzial von E-Medikation nutzen. Im Pilotbetrieb haben wir festgestellt, dass eine Opt-In Variante für alle Beteiligten nicht praktikabel ist", beharrt Schelling auf der geplanten "Opt out"-Regelung, wonach jeder automatisch dabei ist, der nicht widerspricht.

Für teilnehmende Patienten bedeutet das Ende des Pilotbetriebes, dass die E-Medikation ab 1. Jänner nicht mehr in Anspruch genommen werden kann. Eine Abmeldung von E-Medikation ist nicht notwendig - die Teilnahme endet automatisch mit 31. Dezember.