Erstellt am 07. Mai 2012, 00:00

Schmerzen – und man findet nichts. ELFRIEDE KASTENBERGER, Psychotherapeutin &Ärztin für Allgemeinmedizin in Baden.

 |  NOEN
x  |  NOEN

Die Fibromyalgie ist eine weichteilrheumatische, chronische Schmerzerkrankung, die erst vor ca. 20 Jahren definiert wurde. Ihr Hauptsymptom sind großflächige Schmerzen in Muskeln und Bindegewebe, die nicht durch Entzündungen oder andere Erkrankungen verursacht sind. Das bedeutet, dass sich die Erkrankung nicht mit apparativen Methoden, durch Laborwerte, durch Röntgen oder Magnetresonanz nachweisen lässt.

Die Diagnose wird anhand der Beschwerden und der körperlichen Untersuchung gestellt. Meist leiden die Betroffenen auch an Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Reizblase, Magen-Darm-Beschwerden oder Kreislaufproblemen. Häufig bestehen auch Angstzustände und/oder depressive Verstimmungen. Die Ursache ist bis heute unbekannt. Sehr oft haben die Betroffenen aber schwere Traumatisierungen in der Kindheit erlebt. Die lange bestehenden Schmerzen belasten auf allen Ebenen und führen vielfach zur Depression. Und sehr oft führt diese zu Zweifel an sich selbst. Bin ich noch normal? Bilde ich mir das Alles nur ein? Und man fühlt sich ausgeliefert – dem Schmerz, dem System, den ÄrztInnen …

Gibt es Wege aus der Krankheit? Das Wichtigste ist, die Diagnose zu stellen und die Zusammenhänge zu klären, die bei der Entstehung eine Rolle gespielt haben. Daraus ergibt sich, dass Medikamente allein nicht helfen, sie können aber unterstützen. Verschiedene physikalische und alternative Methoden können zur Besserung beitragen, die Basis der Behandlung ist aber im Allgemeinen eine Psychotherapie. Dabei müssen auch die speziellen Veränderungen, die sich durch die Traumatisierung ergeben haben, berücksichtigt werden. Mit all dem kann langfristig wieder eine Besserung der Lebensqualität und der Erkrankung erreicht werden.

IM LEBEN

Elfriede Kastenberger ist Mitglied des Landesverbands für

Psychotherapie (NÖLP), www.psychotherapie.at/noelp

fibro@gmx.at