Erstellt am 11. Juli 2011, 00:00

Schnarch-Alarm. SCHLAFEN / Schnarchen kann störend, aber harmlos sein. Oder es ist, wie Atemaussetzer auch, ein Symptom der Schlafapnoe.

VON CHRISTINE HAIDERER

Endlich Urlaub. Ruhe, Erholung & doch dann: ohrenbetäubendes Schnarchen, das durchs ganze Hotel dröhnt.

Woher es wohl kommt? Da gibt es zum einen die Menschen, die normalerweise nicht schnarchen, bei zu viel Alkohol aber doch. Und dann gibt es die Schnarcher, die schon lange und häufig schnarchen. Beim Schnarchen unterscheidet man zwischen harmlosem Schnarchen und gefährlichem Schnarchen, so Oberarzt Andreas Posset vom Schlaflabor am Landesklinikum Melk.

Harmloses Schnarchen hat seine Ursachen zum Beispiel in einer Nasenscheidewandverkrümmung, einem schlaffen, weichen Gaumen, einem längeren Zäpfchen oder Polypen. Spätestens, wenn die Partnerin aus dem Schlafzimmer auszieht oder der Hotelnachbar nachts an die Tür klopft, sollte man zum Arzt gehen, empfiehlt Posset. Nicht weil es gefährlich ist, sondern vielmehr weil es sozial belastet. Eine Operation kann vielleicht helfen.

Gefährlicher ist das Schnarchen, hinter dem eine obstruktive Schlafapnoe steckt. Posset: Wenn jemand schnarcht, Tagesmüdigkeit verspürt und der Partner in der Nacht Atemaussetzer beobachtet, sollte man das abklären lassen. Zeigt die ambulante Polygraphie (ein Gerät, das man mit sich herumträgt und Gesundheitswerte aufzeichnet) beim Lungenarzt hohe Werte, geht es weiter ins Schlaflabor. Wie dem in Melk. Dort wird man untersucht, die Therapie in Angriff genommen.

Besser atmen  mit einer Maske

Die häufigste Therapie ist die Maskentherapie. Dabei wird die Umgebungsluft durch kontinuierlichen Druck hinein geblasen. Dadurch bleiben die Atemwege offen. Melk arbeitet übrigens auch mit dem Landesklinikum St. Pölten zusammen, wo es an der HNO-Abteilung eine Spezialambulanz für das Schnarchen gibt.

Solange man aber noch im Urlaub ist und nicht zum Arzt kommt, kann man zur sozialen Verträglichkeit beitragen, indem man etwa abends auf Alkohol und schwere Speisen verzichtet.

Und zu Hause? Die Schlafapnoe kann man damit nicht behandeln, aber im Kampf gegen das Schnarchen ist laut Josef Hoza von der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Gewichtsreduktion ein Thema. Auch gibt es wenn auch teuer Schnarchspangen, Zahnärzte bieten Gebissschienen an und: Ein altes Hausmittel ist, drei Tennisbälle am Rückenteil des Pyjamas einnähen, damit man sich nicht auf den Rücken legen kann, so Hoza. Denn: Seitenlage verursacht weniger Schnarchen. Mittlerweile gibt es auch schon spezielle Kleidung nach diesem Prinzip.

Vor allem aber gilt für die Beziehung zwischen dem, der schnarcht, und dem, der daneben liegt: Es bedarf einiges an gegenseitigem Verstehen, um das Problem zu lösen, so Hoza von der Selbsthilfegruppe. Wir versuchen dabei, ein wenig zu beraten.Infos zur Selbsthilfegruppe:  www.schlafapnoe-shg.at