Erstellt am 16. April 2012, 00:00

Schon ist der Spargel da. SPARGELERNTE / In wenigen Tagen startet im Marchfeld die Hauptsaison des beliebten und sehr gesunden Gemüses. Rund 1200 Tonnen warten darauf, bis Ende Juni verzehrt zu werden.

Spargel lässt die Herzen vieler Genießer höher schlagen. ZVG  |  NOEN
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VON CHRISTIAN BAYR

Viele Genießer sehnen den April herbei, die Wartezeit auf den ersten heimischen Spargel aus dem Marchfeld ist aber bald zu Ende.

Auch wenn es derzeit noch ein bisschen zu kalt ist, so ist in wenigen Tagen doch mit dem Einsetzen der Haupternte zu rechnen, dem Verzehr frisch gestochenen Spargels aus der Region östlich von Wien steht also nichts mehr im Wege. Fast die Hälfte der rund 2500 Tonnen umfassenden heimischen Produktion stammen aus dieser Gemüse-Paraderegion.

Auf rund 310 Hektar Fläche wird derzeit im Marchfeld Spargel – überwiegend weißer – geerntet, der Ertrag liegt bei rund 3000 bis 4000 Kilogramm pro Hektar.

„Auch wenn derzeit die Temperaturen noch nicht ganz passen, haben wir bereits am 24. März den ersten Spargel in unseren Folientunneln gestochen“, so Gerhard Sulzmann, Obmann der Marchfelder Spargelbauern.

Dank der modernen Technik – neben Folientunneln kommen auch spezielle Abdeckfolien zum Einsatz, die ja nach Bedarf die Wärme entweder speichern oder reflektieren – ist eine kontinuierliche Produktion bis Ende Juni gesichert: „Dem Spargel ist es am liebsten, wenn es kontinuierlich wärmer wird, ständiger Wechsel von Wärme und Kälte ist nicht optimal. Er verträgt weder große Hitze noch klirrende Kälte.“

Spargel nur absolut  frisch einkaufen

Wer sichergehen will, dass er absolut frische Ware bekommt, für den hat Sulzmann einen einfachen Tipp: „Am besten, Sie kaufen einfach direkt beim Produzenten ein.“ Erkennungsmerkmal für einen erntefrischen Spargel am Markt ist eine saftige Schnittstelle. Wenn sie frische Stangen aneinander reiben, so erzeugen diese ein charakteristisches Quietsch-Geräusch. Fällt eine eben erst gestochene Stange auf einen harten Untergrund, so zerspringt sie wie Glas.

„Am besten hebt man ihn, in feuchtes Tuch gewickelt, in der Gemüselade des Eisschranks auf. Spargel trocknet nämlich unter grellem Sonnenlicht sehr schnell aus“, so der Gemüsebauer aus Mannsdorf. Weißspargel schält man am besten zwei Zentimeter unter dem Kopf gleichmäßig nach unten, wobei er gegen Ende zu wegen der Verholzung stärker geschält werden sollte. Deswegen schneidet man die Stangen auch unten etwas ab. Grünspargel hingegen wird nur in der unteren Hälfte leicht geschält.

Um die Kochmethode ranken sich viele Geschichten: Früher, als der Spargel oft noch bitterer war, hat man dem Kochwasser gerne Zucker, Semmeln, Butter oder Milch zugesetzt, um ihm die Bitterstoffe zu entziehen. „Das ist heute in Wirklichkeit bei frischem Spargel nicht mehr notwendig, aber wer es gerne so machen möchte, der kann es natürlich tun. Ich koche meinen Spargel nur in Salzwasser, und das nicht zu lange, damit er nicht zu weich wird“, so Sulzmann.