Erstellt am 12. September 2011, 07:54

Sind zum Weinen gut!. ZWIEBELERNTE / Vor allem im Land um Laa läuft die Zwiebelernte auf Hochtouren. Die leichten, sandigen und durchlässigen Böden der Region sind die ideale Grundlage guter Qualität.

VON CHRISTIAN BAYR

Sie heißen Gelbe Laaer oder Roter Wiener – und haben trotzdem nichts mit Politik zu tun. In beiden Fällen handelt es sich nämlich um Zwiebelsorten, die im Weinviertel gerade geerntet werden. Das gesunde Gemüse mit der gewissen Schärfe, die beim Schneiden schon einmal für die eine oder andere Träne sorgt, wird in den kommenden Wochen wieder erntefrisch in vielen heimischen Küchen landen.
Rund um Unterstinkenbrunn ist eines der Zentren der niederösterreichischen Zwiebelproduktion. Zwiebelbäuerin Andrea Rieder: „Hier im Land um Laa gibt es besonders günstige Bedingungen mit leichten, sandigen und durchlässigen Böden. Deswegen gibt es sogar eine eigene Genussregion für die Laaer Zwiebel. Unser Vorteil ist, dass wir hier nicht künstlich bewässern, dass macht unsere Zwiebeln besonders geschmacksintensiv.“

Dabei sind Zwiebeln dem Wasser gar nicht abgeneigt, im Gegenteil: „Heuer wird ein gutes Zwiebeljahr, weil es regelmäßig geregnet hat. Künstlich bewässerte Zwiebel schmecken aber sehr oft bitter, außerdem sind sie meistens nicht so lange lagerbar. Unsere Zwiebeln reifen bis zum Schluss am Feld, was sich positiv auf den Geschmack auswirkt.“
Prinzipiell unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterzwiebeln: Die jetzt geernteten Sommerzwiebeln sind die eigentlichen Küchenzwiebeln. Sie werden im Frühling gesät und bis Ende September geerntet, lagern kann man sie bis in den März des Folgejahres. Die Winterzwiebeln werden hingegen jetzt gesät und reifen über den Winter, ehe sie im Juni geerntet werden können. Ihre Lagerfähigkeit ist allerdings sehr begrenzt.

Neben der klassischen Küchenzwiebel finden vor allem Gemüsezwiebeln, Weiße und Rote Zwiebeln sowie Frühlings- oder Lauchzwiebeln Verwendung. Rote Zwiebeln müssen rasch verbraucht werden, weil sie wegen ihrer dünneren Schale schnell verderben. Aufgrund ihrer aromatischen Süße werden sie gerne für Antipasti, aber auch den traditionellen Erdäpfelsalat verwendet. Im der Laaer Zwiebelregion machen sie rund zehn Prozent der Ernte aus.
Die Zwiebeln sind nicht nur überaus scharf-aromatisch im Geschmack, sondern auch sehr gesund: Sie enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sind verdauungsfördernd und blutdrucksenkend, helfen aber auch bei Erkältungskrankheiten, chronischen Entzündungen, bei Asthma und Rheuma. Für den typischen Zwiebelgeruch und -geschmack sorgt, übrigens, der in der Zwiebel enthaltene Schwefel, der auch für das Augentränen beim Schneiden verantwortlich ist.

Reife Zwiebeln kann man wochenlang an kühlen, trockenen Plätzen mit guter Lüftung lagern, bei Wärme sollte man sie für eine gewisse Zeit im Kühlschrank unterbringen. Und auch gegen die tränenden Augen kann man sich schützen, weiß die Ernährungswissenschafterin Gerda Denner: „Es hilft, wenn man die Zwiebeln vor dem Schneiden 15 Minuten ins Gefrierfach legt oder Messer und Zwiebel befeuchtet. Auf jeden Fall sollte man beim Schneiden mit den Augen möglichst weit entfernt sein und sich nicht ins Gesicht greifen.“
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