Erstellt am 02. April 2012, 00:00

Spaziergänger. VON ANITA KIEFER

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VON ANITA KIEFER
„17 Jahre, und ich hab kein einziges doppelt gemalt.“ Eins ist klar: Eier sind ihre Leidenschaft. Und: das Malen. Seit ihrem vierten Lebensjahr ist Helga Schmid fasziniert vom Ostereiermalen.

Mit dieser Faszination schaffte es die 54-Jährige aus Kirchberg an der Pielach im Bezirk St. Pölten-Land sogar ins Guiness Buch der Rekorde. Und das gleich zwei Mal: 1997 und 1999. „Beim ersten Weltrekordversuch hat der Bürgermeister gesagt ‚Helga, du kannst das machen, aber blamier uns nicht!’ 1999 hab’ ich 4515 Eier in eineinhalb Monaten bemalt“, erzählt die Landwirtin stolz.

Osterschmuck-Ausstellung  seit 17 Jahren

Seit mittlerweile 17 Jahren organisiert sie mit ihren Werken eine Osterausstellung im Gasthaus Schützenwirt in Schwerbach, unweit von Kirchberg. Wie alles begann? „Ich war bei meiner Nachbarin und hab’ ihr erzählt, dass ich schon so viele Eier gesammelt habe, dass ich eine Ausstellung machen kann. Sie meinte, dass ich das nicht zusammenbring’. Da hab’ ich nur mehr meinen Kaffee ausgetrunken, bin heim und hab’ gemalt. Und ich hab’ ihr gezeigt, dass ich’s zusammengebracht hab’!“, lacht die Kirchbergerin.

Im Ausstellungsraum sind 3000 Eier sichtbar. Der Rest liegt verpackt unter dem Tisch und daheim bei Helga Schmid. Gemalt wird vom Stefanitag bis zu Ostern. Im übrigen Teil des Jahres sammelt die 54-Jährige die Eier. Viele kommen von ihrer Landwirtschaft selbst. Den Rest, wie einige Straußen- oder Gänseeier, kauft sie zu oder bekommt sie als Tauschgeschäft von Kunden. „Da gibt’s einige, die sagen, ich bring’ dir zwei Straußeneier, dafür bekomm’ ich ein bemaltes von dir“, erzählt Schmid.

Mit den Malsachen  im Kuhstall

Neben ihren Ostereiern sind Schmid ihre Landwirtschaft, ihre Familie und die Aufrechterhaltung von traditionellen Bräuchen wichtig. Zumindest Bauernhof und Malen lassen sich durchaus auch verbinden: „Während ein Weltrekord lief, haben wir daheim ein Kalb bekommen. Und die Kuh hat nicht weitergetan. Jetzt hab ich mich einfach mit den Malsachen in den Stall gesetzt und gewartet.“

Eine Leidenschaft hat die Landwirtin noch: „Ich gehe total gern in die Oper!“

Gemalt wird im ganzen Haus, ein eigenes Atelier hat die Kirchbergerin nicht. Ihr Mann hat dafür vollstes Verständnis: „Jeder hat seine Freiheit. Er hilft mir auch immer brav beim Aufbauen und Transportieren der Eier.“ Abgesehen von den Ostereiern bastelt Schmid auch Oster- und Weihnachtsschmuck.

Zu sehen ist die Ausstellung von Helga Schmid übrigens noch bis zum Karsamstag jeweils von 14 bis 17 Uhr.