Erstellt am 05. Dezember 2011, 00:00

Spaziergänger. VON CHRISTIAN BAYR

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VON CHRISTIAN BAYR
Für die einen gehört der Karpfen einfach zum Weihnachtsfest dazu, die anderen lehnen ihn kategorisch als fett und ungesund ab. Zumindest dieses Vorurteil ist längst widerlegt, Studien beweisen die gesundheitsfördernde Wirkung heimischer Karpfen, vor allem dank der Omega-3-Fettsäuren. Das Waldviertel ist eines der Zentren der heimischen Karpfenzucht, rund 200 der 500 Tonnen Jahresproduktion werden hier gefischt.

„Weihnachten ist der Höhepunkt im Karpfenverbrauch, das ist ja eine alte Tradition“, so Herbert Staudigl, Geschäftsführer des NÖ Teichwirte verbandes. „Dabei decken wir derzeit nur die Hälfte des Inlandsbedarfs mit heimischen Karpfen ab.“

In der Steiermark wachsen die  Karpfen schneller als bei uns

 

Niederösterreich hat zwar die größeren Teichflächen (rund 1700 Hektar), dennoch ist die Produktion in der Steiermark größer. Herbert Staudigl: „Dort sind die Teiche im Durchschnitt etwas wärmer, daher wachsen die Fische schneller.“

Jedenfalls sind Karpfen bei weitem nicht so fett, wie viele glauben. „Der Fisch ist wohl vor allem dadurch in Verruf geraten, weil er in der Vorkriegszeit besonders fett und üppig zubereitet wurde“, so Ernährungsexperte Meinrad Lindschinger, der schon vor Jahren mit einer Studie dessen gesundheitsfördernde Wirkung nachgewiesen hat. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren schützen angeblich die Blutgefäße und beeinflussen den Blutdruck positiv.

Wie bei allen Fischen spielt natürlich auch beim Karpfen die Frische eine große Rolle. Frische Ware erkennt man an den klaren Augen, hellroten Kiemen und der glänzenden Haut. Damit die Tiere einen allfälligen Beigeschmack verlieren, werden sie heute nach dem Abfischen zwei Wochen ohne Zufütterung in frischem Wasser gehalten.

Früher wurden Karpfen deshalb am Vorabend ausgenommen und über Nacht in Buttermilch eingelegt.            
Oder man hielt sie ein paar Tage in der Badwanne zum Auswässern.

Viele essen den Karpfen am liebsten gebacken (da ist er dann ein bisserl fett), traditionellerweise wird er bei uns oft blau gekocht. Der Name verdankt sich der Schleimschicht auf der Haut, die sich beim Kochen bläulich verfärbt. Dabei wird der Fisch in leicht siedendem Salzwasser gegart, oft unter Zugabe von Essig und Kräutern. Ein weiterer Klassiker ist der mit Paradeisern, Champignons und Erdäpfeln gefüllte Karpfen.

  www.waldviertler-karpfen.at