Erstellt am 12. März 2012, 00:00

Spaziergänger. VON CHRISTINE HAIDERER

 |  NOEN

VON CHRISTINE HAIDERER

Fruchtsäfte, Fastensuppe, Kräutertee und Wasser – mehr gibt es nicht beim Fasten, nur Flüssiges.

Warum man sich dem aussetzt? Ein Grund: „Die Leute, die kommen, wollen etwas für ihren Körper tun“, erläutert Klaus Rebernig, Geschäftsführer von Kloster Pernegg, wo das ganze Jahr über gefastet wird. In der heutigen Zeit schafft man es kaum, sich gesund zu ernähren. Die Folge: Wird’s dem Körper zu sauer, funktioniert die Ausscheidung über Darm & Co. nicht mehr optimal, und Stoffwechselendprodukte setzen sich im Bindegewebe ab.

Um diese wieder los zu werden, wird gefastet. Denn: „Beim Fasten ernährt man sich rein basisch“, so Rebernig. Zwar steigt der Säuregehalt am dritten Tag, wenn der Körper entgiftet. Danach aber werden diese Produkte abgebaut. Ein paar Kilo weniger am Ende des Fastens sind aber nicht der einzige Grund, weshalb sich jeder für eine Fastenwoche entscheidet.

„Vielmehr geht es um Zeit für sich.“ In Fasteneinrichtungen kann man zu sich kommen, der Hektik des Alltags entfliehen, Zeit für sich haben. Unter anderem wird in Pernegg auch die Möglichkeit eines „Stillen Tages“ geboten. Ein Tag, an dem man nicht spricht und auch nicht angesprochen wird. „Das habe ich im normalen Leben nie. Und das wollen mittlerweile 80 Prozent der Kunden.“ Neben Stille und Zeit für sich selbst gibt es auch themenbezogenes Fasten, zum Beispiel kann man Fasten mit Yoga verbinden oder Fasten und Golfen.

Damit es so weit kommt, müssen Fastenwillige aber zunächst von ihrem Arzt eine Bestätigung haben, dass sie gesund sind, bevor das Fasten in Pernegg losgehen kann. Ausschließungsgründe können etwa sein: hoher Blutdruck, Schwangerschaft, Herzprobleme, wenn man zu jung oder zu alt ist.

Von der Entleerung  und den Erfolgen

 

Wenn aber nichts dagegen spricht, kann es losgehen mit dem Maximal-250-Kalorien-pro Tag-Prozess. Am Anfang erfolgt die Darmentleerung. Zum Beispiel mit Hilfe von Glaubersalz. Das zieht die Flüssigkeit im Darm an und sorgt für eine intensive Entleerung. Die Entleerung ist nicht uninteressant, weil: „Wenn der Darm leer ist, hat man keinen Hunger mehr“, weiß Rebernig aus Erfahrung. Zumindest nicht den, der für einen Kreislaufzusammenbruch sorgt. Gusto hingegen bleibt. Das stört laut Rebernig aber nicht.

Immerhin hat Fasten viele schöne Seiten und positive Effekte. Zurückzuführen ist Fasten auf Otto Buchinger und Hellmut Lützner. „Buchinger hat herausgefunden, dass Flüssigkeitsfasten heilsam ist“, so Rebernig. Das betraf damals das Heilfasten mit ärztlicher Begleitung. Aber auch das heutige Fasten für Gesunde hat viel Positives. Der Körper regeneriert sich, man hat Zeit, kann neue Energie sammeln. Vor allem aber: „Wenn ich eine Woche für mich habe, an der frischen Luft bin, nette Leute um mich habe, dann kann ich mich nur besser fühlen“, ist Rebernig überzeugt. Und: „Die Haut wird schöner“, ergänzt er lächelnd.