Erstellt am 26. Dezember 2011, 00:00

Spaziergänger. VON CHRISTIAN BAYR

Der Kater am Morgen hat mit Wasserverlust am Abend davor zu tun. Viel trinken und salzig essen helfen da sehr.  |  NOEN, WODICKA
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VON CHRISTIAN BAYR
Silvester, ein paar Gläser zu viel, und schon plagt am nächsten Morgen ein fürchterlicher „Kater“. Was tun?

Frische Luft, Wechselduschen und Ruhe helfen gegen Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen oder Überempfindlichkeit gegen Licht und Geräusche – allesamt Symptome des typischen Katers. Hauptursache der Kopfschmerzen ist der Wasserverlust des Körpers durch den vermehrten Alkoholkonsum. Verstärkt wird diese Wirkung durch die giftigen Abbauprodukte der Fuselalkohole, die zu einer Verminderung der Herzleistung führen und die Sauerstoffversorgung des Gehirns verlangsamen.

Besonders wichtig ist, schon am  Abend genug Wasser zu trinken

Leichte, pikante Speisen am Tag danach gelten ebenso als Katerkiller wie Säfte aus der Artischocke, um die Lebertätigkeit anzukurbeln. Den „Nachtdurst“ bekämpft man am besten mit Mineralwasser oder Gemüsesäften. Generell sollte man immer reichlich Wasser zu sich nehmen, um den alkoholbedingten Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Laut einer Studie aus New Orleans soll ein Extrakt aus der Rinde der Kaktusfeige wahre Wunder bewirken, wenn man es ein paar Stunden vor der Party einnimmt.

Die Reinsberger Ärztin Ilse Auer empfiehlt: „Ein Magenbitter gegen Sodbrennen und ein Kopfwehpulver gegen die Kopfschmerzen sind sicher nicht verkehrt. Und ein kleines Weißbier am nächsten Tag ist auch eine Möglichkeit, gegen Entzugserscheinungen anzukämpfen.“

Generell ist die Liste der Hausmittel gegen den Kater lang: Salziges zu essen ist auf keinen Fall falsch, etwa Rollmöpse oder gute gewürzte Rindsuppe. Käse hilft, den Magnesiummangel auszugleichen, den Alkohol verursacht. Gut ist auch rohes Sauerkraut, weil es reich an Vitamin C ist und den Magen wieder einrenkt. Eine ähnliche Wirkung hat auch der Brottrunk, den man durch eine neuerliche Vergärung von Sauerteigbrot mit Wasser herstellt.

Abhilfe verspricht auch eine Mischung aus Yoghurt und Mineralwasser, frisch gepresster Orangensaft mit Mineralwasser und Salz oder schwarzer Kaffee mit Zitrone.

Schließlich gibt es für „echte“ Männer immer noch den Römertrunk: Für diesen kocht man zehn geschälte Knoblauchzehen in einem Viertelliter Rotwein auf, lässt das Gebräu dann zwanzig Minuten ziehen, seiht es ab und trinkt es.

Übrigens hat der „Kater“ nichts mit dem Tier zu tun, sondern rührt vom „Katarrh“ her, mit dem im 19. Jahrhundert die Folgen von zu viel Alkohol verglichen wurde.