Erstellt am 15. November 2011, 14:51

Spitäler: Stöger hofft auf bessere regionale Planung. Gesundheitsminister Alois Stöger will die Länder zu mehr Schwerpunktsetzung bei ihren Krankenhäusern motivieren.

Eine entsprechende Gesetzesgrundlage hat der Ministerrat am Dienstag beschlossen: Derzeit ist im Kranken- und Kuranstaltengesetz beispielsweise geregelt, dass öffentliche Spitäler eine eigene Chirurgie sowie eine interne Abteilung mit jeweils mindestens 30 Betten betreiben müssen. Künftig ist nur noch die Interne und eine chirurgische Basisversorgung verpflichtend, der Rest der Chirurgie kann je nach regionalem Bedarf durch andere Abteilungen ersetzt werden.
 
Stöger will damit gewährleisten, dass die Spitäler ihr Angebot künftig nach dem Bedarf ausrichten. "Die Länder bekommen ein gutes Werkzeug in die Hand, um die Versorgung der Bevölkerung in den Regionen zu verbessern", glaubt der zuständige Minister. Wenn es in einer Region beispielsweise keine ausreichende Augen- oder HNO-Versorgung gebe, dann könnten die Länder diese einrichten - im Abtausch gegen nicht benötigte bestehende Strukturen.
 
Ob die Länder die Möglichkeit auch nutzen, bleibt allerdings abzuwarten. So lassen sich Niederösterreich und das Burgenland auch von massiver öffentlicher Kritik nicht davon abhalten, in Hainburg und Kittsee zwei Spitäler zu betreiben, die zwar durch eine Landesgrenze getrennt, aber trotzdem nur zwölf Kilometer voneinander entfernt sind. Und in der Steiermark musste die Landesregierung die geplante Schließung der Chirurgien in Bad Aussee und Mürzzuschlag 2009 auf Druck der betroffenen Gemeinden absagen.