Erstellt am 12. März 2012, 00:00

Sport mit Nebenwirkungen. ANDREAS NAGLER Psychotherapeut aus Mistelbach, über die vielen Seiten des Sports.

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3 bis 4 Mal pro Woche eine halbe Stunde Laufen, Radfahren, Nordicwalken oder Schwimmen verlängert Ihr Leben. Besonders dann, wenn Sie dabei noch plaudern können und doch schwitzen.

Die notwendige Regelmäßigkeit verursacht erwünschte und unerwünschte Nebenwirkungen, wie ein Medikament. Und die wollen wohl überlegt sein.

Viele Menschen haben wenig Spielraum zwischen Beruf und Familie. Für sie ist Sport die Gelegenheit, ihre eigenen Ziele zu verfolgen: mit sich alleine sein oder andere Leute treffen. Guter Sport kann körperliche und seelische Verletzungen heilen: Bei großer Anstrengung bleibt ihnen nur wenig Energie für Sorgen; die Glückshormone machen tatsächlich glücklich, wenn sie sich nur genug anstrengen.

Andererseits gibt es Leute, die sich durch ihren Sport vor allem davon ablenken, dass ihnen etwas fehlt oder auf die Nerven geht. So finden sie kein gutes Gleichgewicht zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen der Umwelt. Denn, wenn man vor allem verschwinden will, kommt es in Familie und Beruf schnell zu Reibereien.

Die Kunst liegt darin, ein Gleichgewicht zwischen Sport, Familie und Beruf zu finden. Das gelingt leichter, wenn man mit den Betroffenen redet, und dabei die richtigen Worte findet. Wenn Sie gerne verschwinden, versuchen Sie es doch mit: „Bin ich dir vielleicht schon wieder zu viel weg?“ Vielleicht können Sie das richtige Gleichgewicht auch durch Unternehmungen finden. Wenn niemand mit laufen geht, vielleicht finden Sie beim Spazierengehen oder Radfahren gemeinsam ins Freie? Finden Sie ein Ziel, das auch für die anderen attraktiv ist: Nur wenige können einer wirklich guten Konditorei oder einem feinen Restaurant widerstehen.

Dann geht es allerdings wieder um andere Nebenwirkungen.

IM LEBEN

Andreas Nagler ist Mitglied des Landesverbands für

Psychotherapie (NÖLP), www.psychotherapie.at/noelp

office@drnagler.at