Erstellt am 09. April 2012, 00:00

Stich mit Folgen. ZECKEN / Der Frühling lockt wieder ins Freie. Doch dort begegnet der Mensch – im Garten oder auf Wiesen – den  Blutsaugern.

 |  NOEN
VON CHRISTINE HAIDERER

Sie sind klein, es gibt weltweit rund 850 Arten und sie können zustechen und Krankheiten übertragen: Zecken.

Eine dieser Krankheiten ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Eine Erkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems führen kann, verrät www.zecken.at . Zudem sind bleibende Schäden möglich. Gegen FSME gibt es aber eine Impfung.

„In Ost-Österreich ist die FSME-Impfung eine Muss-Impfung“, meint Dietmar Baumgartner, Impfreferent der Ärztekammer für NÖ. Was passieren würde, wenn weniger geimpft werden würde, sieht man in Tschechien. Dort gibt es jedes Jahr 600 bis 700 FSME-Erkrankungen. Im Vergleich dazu sind es in Österreich, wo ähnliche Bedingungen für Zecken herrschen, 50 bis 60. Mit Ausnahme von letztem Jahr. 2011 waren es 113. Vier davon starben an den Folgen.

Umso wichtiger ist es, auch an die notwendige Auffrischung zu denken. Zu der gehen viele im Frühling. Nicht weil es eine bestimmte Jahreszeit sein muss („Prinzipiell kann man zu jeder Jahreszeit impfen“, meint Baumgartner). Sondern weil der Frühling ins Freie lockt und damit Mensch und Zecken wieder aufeinander treffen und weil es in dieser Zeit eine Impfaktion in den Apotheken gibt ( www.apotheker.or.at ).

Generell, meint Baumgartner, ist „die FSME-Impfung eine äußerst gut verträgliche Impfung“. Daher sollte eine gewöhnliche Erkältung auch kein Problem sind. Es gibt aber Situationen, in denen die Impfung besser verschoben wird. Zum Beispiel: „Unmittelbar nach einem Zeckenstich sollten Ungeimpfte vier Wochen warten.“ Wird man kurz nach der ersten Teilimpfung gestochen, sollte man mit dem Arzt reden, weil es in manchen Fällen sinnvoll ist, die zweite Teilimpfung gleich zu machen.

FSME sind übrigens nicht die einzigen Erreger, die Zecken in sich tragen und von Forschern in diesen entdeckt werden. Anja Joachim, Leiterin des Instituts für Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien: „Was wir relativ häufig finden, sind Borellien.“ Wobei es bei diesen Unterschiedliche gibt. Manche befallen in erster Linie Vögel – sind also für Menschen nicht sehr bedeutend – andere haben es auf Tiere oder Menschen abgesehen.

Beim Entfernen nur  rausziehen ohne Öle & Co.
Borrelien sind übrigens der Grund, weshalb man bei der Entfernung von Zecken auf Lösungsmittel, Öle und so weiter verzichten sollte. Weil diese Zecken in einen Todeskampf versetzen und sie dann mehr Speichel abgeben. Das Problem: „Bei den Borrelien kommt es auf die Menge des infizierten Speichels an“, so Baumgartner.

Hat es einen erwischt, bildet sich nach etwa zwei, drei Wochen ein roter Kreis rund um die Einstichstelle, der wandert. Später kommt es auch zu Gelenksschmerzen – diese treten auch auf, wenn der rote Kreis nicht oder kaum sichtbar war.

Ob es dieses Jahr viele Zecken geben wird? 2012 – ein Zeckenjahr? „Das kann man nicht vorhersagen“, sagt Joachim. An manchen Orten kann es durchs dortige Mikroklima zwar viele geben, das heißt aber noch nicht, dass es überall viele gibt. Anders als bei Mücken, bei denen das Wetter der letzten Zeit entscheidend ist, werden Zecken älter. Und so hängt ihre Entwicklung von den letzten Jahren ab.