Erstellt am 24. Januar 2011, 00:00

Stille Krankheit. MESSEN / Da es keine Symptome wie bei anderen Krankheiten gibt, kann Bluthochdruck lange Zeit unerkannt bleiben.

VON CHRISTINE HAIDERER
Nicht ohne Grund nennt sich ein Vortrag am Landesklinikum Allentsteig: „Bluthochdruck – Volkskrankheit Nummer 1“. Bluthochdruck betrifft immer mehr Menschen. Männer wie Frauen, Junge wie Alte. Wobei das Risiko mit dem Alter zunimmt und 25-Jährige mit hohem Blutdruck die Ausnahme sind, aber es gibt sie.

Das Gefährliche daran: „Bluthochdruck ist eine stille Krankheit“, erklärt Michael Hirschl, der Vortragende und Leiter der Abteilung Innere Medizin am Landesklinikum Zwettl. Man merkt nicht, dass man betroffen ist. Und so kann viel Zeit vergehen, in der Gehirn, Herz, Hauptschlagader oder Niere geschädigt werden. „Es ist eine Krankheit, die sich zunehmend verschlechtert.“ Ohne Behandlung drohen Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen … Daher lautet die Devise: „Je früher man sie erkennt, desto besser ist es für den Patienten.“

Um das herauszufinden, ist die Blutdruck-Messung wichtig. Dabei gilt: „Die Einzelmessung sagt überhaupt nichts.“ Wenn man wissen will, wie es tatsächlich um die eigenen Werte steht, sollte man ein paar Wochen lang regelmäßig messen und sich dann den Durchschnittswert ausrechnen. Erhöht ist er ab 135/85 (im Rahmen der Heimmessung). Spätestens dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt. Die gute Nachricht: „Bluthochdruck ist gut behandelbar“, betont Hirschl. „In 80 Prozent der Fälle durch banale Maßnahmen. Sportliche Aktivität, Übergewicht reduzieren, Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss einstellen – bei vielen Patienten würde das völlig reichen.“ Das Problem ist eher, dass die Konsequenz dazu oft fehlt. Für den Rest der Betroffenen sind im Gegensatz dazu Medikamente notwendig. Speziell dann, wenn Organe geschädigt und die Werte sehr hoch sind.