Erstellt am 16. November 2013, 15:55

Strahlentherapie: Strukturplan für Ärztekammer "widersprüchlich". Die Frage, ob es in Österreich genug Strahlentherapiegeräte zur Behandlung Krebskranker gibt oder nicht, beruhe auf widersprüchlichen Festlegungen im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG).

Das gab der Obmann der Bundesfachgruppe Radioonkologie-Strahlentherapie in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Robert Hawliczek, am Samstag zu bedenken.

Sechs Geräte in NÖ seien "völlig unzureichend"

"Die klaren Vorgaben des Bundes im ÖSG entsprechen dem aktuellen, in Westeuropa üblichen Standard. Das Problem ist die fehlerhafte Umsetzung im Großgeräteplan, der im selben Dokument enthalten ist", so Hawliczek in einer Presseaussendung.

Jüngste Aussagen der niederösterreichischen Landeskliniken-Holding, wonach man mit sechs Geräten im Plan sei, sei nach dem fehlerhaften Großgeräteplan korrekt, nach der - westeuropäischen Standards entsprechenden - Vorgabe des Bundes aber "völlig unzureichend", so Hawliczek.

Der Bund lege im ÖSG folgende Planungsrichtwerte für Strahlentherapie fest: ein Gerät pro 100.000 bis 140.000 Einwohner.

Hawliczek: "Kein Wunder, dass krebskranke Niederösterreicher nach Wien pendeln"

"Selbst wenn man die Einwohnerzahl Niederösterreichs durch den höheren Wert, also 140.000, dividiert, ergibt sich ein Bedarf von zwölf Strahlentherapiegeräten", hielt Hawliczek fest.

Ungeachtet dessen habe sich Niederösterreich ein Soll von sechs Geräten in seinen Großgeräteplan schreiben lassen. Es sei insofern "kein Wunder, dass 30 bis 40 Prozent der krebskranken Niederösterreicher zur Therapie nach Wien pendeln". Hawliczek forderte daher "eine länderübergreifende örtliche Verteilung von Großgeräten".