Erstellt am 13. Januar 2013, 14:44

Strategien für Gesundheit. NÖ Kinder- und Jugendgesundheitsbericht / Erstmals wurden Gesundheitsdaten von Jugendlichen in NÖ gesammelt. Jetzt sollen politische Maßnahmen erarbeitet werden.

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Von Anita Kiefer

Mädchen sind gesundheitsbewusster als Burschen, die wiederum bewegen sich allerdings mehr als ihre weiblichen Altersgenossinnen. Alkohol und Nikotin werden bereits in frühen Jahren regelmäßig konsumiert. Und: Die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Niederösterreichs Jugendlichen nimmt zu.

An sich nichts Neues, dennoch fehlte bis dato eine NÖ-spezifische Datengrundlage, die diese Aussagen untermauert. Die gibt es nun in Form des NÖ Kinder- und Jugendgesundheitsberichts der Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungs GmbH. Die Daten für den Kinder- und Jugendgesundheitsbericht stammen aus verschiedenen Erhebungen.

„Der Kinder- und Jugendgesundheitsbericht liefert uns erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme des physischen und psychischen Gesundheitszustandes und des Gesundheitsverhaltens unserer Kinder“, erklärt SP-Gesundheitslandesrätin Karin Scheele.

Dieser verrät Angaben über Gesundheit und Lebensumstände der 336.000 Kinder und Jugendlichen in Niederösterreich. Laut Bericht rauchen bereits 20 bis 24 Prozent der 15- bis 16-Jährigen täglich. Mehr als ein Viertel der Schüler konsumieren täglich Süßigkeiten. 26 Prozent der NÖ Schüler trinken regelmäßig – also mindestens ein Mal pro Woche – Alkohol. Und: Zwischen 2007 und 2011 wurden pro Jahr 1.608 Kinder und Jugendliche in NÖ aufgrund von psychiatrischen Diagnosen stationär behandelt.

Weitere Aussage des Berichts: Nur 17 Prozent der Schüler entsprechen den Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (60 Minuten körperliche Aktivität pro Tag). Für Edith Bulant-Wodak, Leiterin der Initiative „Tut gut“, ist klar: Kinder kommen auf die Welt und wollen sich bewegen. Daher müsse man „den natürlichen Bewegungsdrang fördern und unterstützen“.

In drei Arbeitsgruppen wird im Laufe des Jahres nun je eines der Themen (Bewegung und Ernährung, Alkohol und Nikotin sowie psychische Gesundheit) behandelt, und es werden Maßnahmen erarbeitet.

Die Ergebnisse sowie die weiteren Handlungsschritte sollen Ende 2013 auf dem Tisch liegen und präsentiert werden.

Der NÖ Kinder- und Jugendgesundheitsbericht soll eine Datengrundlage für gesundheitspolitische Maßnahmen darstellen. Eine Kernaussage: Bereits 20 bis 24 Prozent der 15- bis 16-Jährigen rauchen täglich.Waldhäusl