Erstellt am 27. September 2010, 07:33

Stürmische Tage. GENUSS / Nicht mehr Most und noch nicht Wein: Der „Sturm im Weinglas“ hat wieder Saison!

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Auf halbem Weg vom süßen Traubensaft zum reifen Wein – gewonnen aus dem trüben Most, der in den Tagen nach der Weinlese in den Fässern zu gären beginnt: Der „Sturm im Weinglas“ hat wieder Saison.
„Sturm ist ein einzigartiger, unnachahmlicher Genuss – ein Inbegriff der guten Laune. Seiner Lebendigkeit steht die Vergänglichkeit des vergärenden Mostes gegenüber“, formuliert es Willi Klinger, Geschäftsführer des Österreichischen Weinmarketings.
Sturm ist aber auch eine geschützte österreichische Marke, wie Klinger betont: „Er muss mehr als ein Volumsprozent Alkohol haben, im Zustand der Vergärung in den Verkehr kommen, darf nur aus österreichischen Trauben gepresst und nur bis 31. Dezember des Erntejahres angeboten werden.“

Im guten Sturm wird die Süße stets durch eine fruchtige, spritzige Säure ausgeglichen. Das macht ihn erfrischend und zu einem idealen Speisenbegleiter – vor allem für kräftige Herbstschmankerl und „Klassiker“ wie Maroni oder Gans. Die einfache Regel: Ein feiner Sturm passt gut zu weißem, ein kräftigerer zu dunklem Fleisch.
Doch ob er nun weiß oder rot ist, jung und süß oder reif und fast trocken: Die verwendeten Rebsorten prägen immer das Aroma. So lässt der Grüne Veltliner oft schon sein späteres „Pfefferl“ erahnen, während der Rivaner gerne seine jungen Fruchtnoten zeigt. Die Burgundersorten haben ein leichtes „Nusserl“, und der rote Sturm, meist aus der Rebsorte Zweigelt, bekommt mit der Farbe auch den Geschmack von Erdbeere, Brombeere oder Himbeere.

Serviert wird der Sturm idealerweise im Weißweinglas, weil die Fruchtaromen hier am besten zur Geltung kommen. Dabei sollte beachtet werden, dass man das Glas immer in der linken Hand hält, „Mahlzeit“ statt „Prost“ sagt und mit dem „ungetauften“ Getränk niemals anstoßt. Erst wenn der junge Wein zu Martini, dem 11. November, getauft wurde, darf wieder wie gewohnt getrunken werden.
Gut gekühlt und frisch vom Winzer ist der Sturm ein paar Tage haltbar, ehe der Most fast zur Gänze vergoren ist. Gelagert wird er jedoch stehend in der offenen Flasche, denn das bei der Gärung entstehende Kohlendioxyd könnte ein fest verschlossenes Gefäß leicht sprengen.
Prinzipiell ist der Sturm sehr vitaminreich und durch den Hefetrub im Glas auch gesund für Haare und Haut. Der Genuss sollte aber immer in Maßen erfolgen – nicht nur wegen des Alkohols, sondern auch wegen der vielen Inhaltsstoffe, die den Stoffwechsel gehörig anregen.